Deutschland 2016- Rückkehr

Deutschland hat uns wieder

Der Radweg führt uns über die Landesstraße bis Blankenheim. Dort entspringt die Ahr. Der Ahrtalweg schlängelt sich auf einer Strecke von 81 km von hier bis nach Sinzig, wo die Ahr in den Rhein mündet. Von Blankenheim bis Schuld ist der Radweg ein Hangweg, von dort an begleitet er als Uferweg den Fluss.

Direkt am Radweg zelten wir an einer Picknickstelle oberhalb der Ahr, trocknen unsere nasssen Sachen und kochen lecker. Am nächsten Tag geht es bei 7 Grad aus den Federn und bei 11 Grad radeln wir weiter.

Übernachtung an der Ahr

Übernachtung an der Ahr

Der Ahrradweg ist wunderschön und vielseitig: Waldgebiete, kleine Dörfer, später Weinberge und Felsenlandschaft. Von dem Hochwasser das Anfang Juni in Münch stand, sehen wir keine Spuren mehr, doch beim Metzger liegen Fotos von den Überschwemmungen aus. Eine 2 Meter hohe Welle sei durch das Dorf gepflügt,
meint die Metzgerin.

Ab Altenahr bessert sich das Wetter; passend zu den vielen Weinbaugebieten, die auch Sonne benötigen.

Nachmittags erreichen wir den Rhein, wo die Ahr als breiter Fluss mündet. Nun geht es flacher weiter und schnell sind wir in Koblenz mit dem Kaiserdenkmal. In Richtung
Lorelei verengt sich das Rheintal, die Strömung nimmt zu und unten am Hang ist nur noch Platz für die Bahn, eine Straße und den Radweg. Wir beziehen einen Platz auf dem Camping Lorelei der direkt neben der Hauptstraße liegt. Es ist hier zwar laut, doch dafür hat man einen schönen Blick auf die steile Felslandschaft.

bei der Lorelei

bei der Lorelei

Toll sind auch die vielen Burgen die sich in die Landschaft schmiegen. Sie sind alle in hervorragendem Zustand, ebenso wie viele hergerichtete Dörfer mit Türmen und Fachwerkhäusern. Besonders hervorzuheben sind hier Andernach und Oberwesel. Überall könnte man hier einen Tag verbringen, doch es zieht uns wie die vielen kanadischen Wildgänse weiter.

Ab Bingen wird das Rheintal weiter und flacher. Felder, Biotope und alte Rheinauen, in denen wir leuchtendgelbe Pirole sehen, wechseln sich ab.
Bei den Mainzelmännchen hätten wir Lust in das Rhein-Strandbad zu liegen. Es ist heiß, Hängematten und Liegestühle laden zum relaxen ein. Doch wir haben Rückenwind und das können wir uns nicht entgehen lassen.

Bei Worms überqueren wir den Rhein, radeln weiter bis Mannheim wo wir den Neckarradweg finden. Schnell sind wir in Heidelberg, umfahren die vielen Touristen mit gezückten Kameras und kommen kurz nach Heidelberg zu einer eiskalten Quelle wo wir leckeres Wasser tanken. Ab Heidelberg ist der Radweg und die Landschaft hügeliger. Auch hier gibt es viele Burgen und ab Heilbronn unzählige Weinberge.

Unsere letzte Nacht campen wir wild am Neckar bei Kirchheim auf einer kleinen Wiese. Kurz vor Nürtingen verlassen wir das Neckartal und radeln durch das Aichtal in Richtung Herrenberg, da dort unser Auto steht, das wir abholen wollen. Nun sind wir schon so nah, dass wir nicht noch eine Nacht im Zelt verbringen wollen. Wir geben Gas und kommen nachts in Herrenberg an. Am letzten Tag zeigt unser Tacho 151 km und 10 Stunden Fahrzeit. Nicht schlecht!

Nun ist unsere Tour de France etwas früher als geplant zu Ende. Insgesamt sind wir in den 10 Wochen 4.972 km geradelt und haben wieder viele schöne Begegnungen gehabt und schöne Orte entdeckt.

41_Deutschland_Aichtalradweg_bei Waldenbuch

Doch nun legen wir erst einmal unsere Beine etwas höher….oder die Fahrräder?