Marokko 2019

Bonjour Tajine

Am Mittwoch 6.11.19 geht es endlich los. Andrea und Hermann sorgen dafür, dass wir mit unserem vielen Gepäck gut zum Flughafen Stuttgart kommen. Auch die Ankunft in Malaga um die Mittagszeit verlief prima – unsere Räder und unsere Taschen kamen gut an. Malaga erwartet uns mit blauem Himmel und 20 Grad.

Wir fahren entweder kleine Stücke auf der N340/A7 oder hinter deren Leitplanke auf dem Fußgängerweg, ab und zu existiert auch eine Strandpromenade mit Fahrradweg. Der Fußgängerweg ist leider oft sehr schmal und wir müssen desöfteren absteigen, manchmal sogar unser Gepäck abschnallen und ein Stück weit schleppen.

Entlang der A7/N430

Entlang der A7/N430

Ab Torreguardiaro verlassen wir die Küste und fahren über St. Martin ins bergige Hinterland. Hier gibt es kaum Verkehr, dafür um so mehr Orangen- und Olivenbäume. Hunderte Klapperstörche fliegen über uns oder sitzen in ihren Nestern.

Am Freitag 8.11. kommen wir in Algeciras an, wo wir schon ein schönes Airb&b Zimmer gebucht haben und tags darauf die Fähre nach Ceuta – der spanischen Exklave – nehmen.

Ceuta unter blauem Himmel, klarem Meer und der Festungsanlage überrascht uns, denn wir hatten uns alles etwas chaotischer vorgestellt. Aber die Strandpromenade ist toll hergerichtet und schnell kommen wir an der Grenze zu Marokko an.

Die Autoschlange ist schnell überholt und ohne Probleme oder Kontrollen bekommen wir unsere Einreisestempel. Das war es, wir werden durchgewunken. Wir sind in Marokko!

Verwundert stellen wir fest, dass es bis Martil einen super Fahrradweg und elegante Strandpromenaden gibt.

Strandpromenade bei Fridej

Strandpromenade bei Fridej

Diese werden hauptsächlich von radelnden Spaniern und nun auch von uns genutzt. Wir bleiben an der Küste, die es jedoch ab Tetouan in sich hat. Tollstes Panorama! Dafür geht es ständig hoch und runter und der starke Wind scheint aus allen Richtungen zu wehen. So entscheiden wir uns in Ouet Laou ein privates Apartement zu nehmen, das uns ein „Guide“ empfohlen hat. Abends essen wir leckere Thunfisch-Tajine, einen Teller mit gegrillten Calamares, Pommes und Getränke für insgesamt 9 €.

Gott sei Dank ist tagsdarauf der Wind abgeflaut und wir verlassen die Küste. Wir sehen verschiedene kahle Bergketten vor uns. Müssen wir da wirklich drüber? Aber ja – und wir werden dafür belohnt.

Schlucht Oued Laou

Schlucht Oued Laou

Tolle Schluchten mit roten Felswänden, kleine Bergdörfer, Bäuerinnen in traditoneller bunter Bekleidung mit Strohhüten und viele wandernde Schäfer, die uns zuwinken. Für die 56 km bis Chefchaouen brauchen wir den ganzen Tag, bewältigen dabei 1.236 Höhenmeter und werden die nächsten Tage unsere Muskeln spüren. Die letzten 6 km schieben wir nur noch und freuen uns auf eine heiße Dusche, denn durch leichten Nieselregen sind wir durchweicht und dampfen vor uns hin.

Chefchaouen, die Stadt mit den blauen Häusern, ist zwar touristisch gefällt uns aber trotzdem.

Chefchaouen

Chefchaouen

Wir schlendern durch kleine Gassen und essen bei Bab Souk, einem Lokal am Rande der Altstadt, das von Frauen betrieben wird: marokkanische Suppe, leckere Tajine und frisch gepresster Orangensaft.

Nach Chefchaouen kommen wir durch etliche Olivenhaine. Aktuell wird mühsam, mit langen Stöcken und Plastikplanen, geernet und Öl gepresst. Der Duft von Olivenöl liegt in der Luft.

Nach Ouezzane wechselt die Landschaft und endlose Felder prägen die Landschaft. Die Erde ist fast schwarz, das Getreide wurde längst eingeholt. Kleinere Felder werden tatsächlich noch mit Esel und Pflug bestellt, gesät wird per Hand.

Die Flüsse werden von Orangenplantagen gesäumt. Leider befindet sich oft mehr Plastikmüll als Wasser in den Flüssen.

Am 14.11. kommen wir in einer der vier Königsstädte, in Meknes, an. Wir gönnen uns etwas Luxus und wohnen in einem Riad (Hiba, ein ehemaliges Ministerhaus von 1795), gut gelegen in der Medina. Das Haus hat viel Flair – wie in 1001 Nacht.

Meknes Riad Hiba

Meknes Riad Hiba

Meknes selbst ist überschaubar, zumal viele Sehenswürdigkeiten wegen Renovierung geschlossen sind. Wir bummeln durch die Souks und über den Place el Hedim, besuchen die Markthalle und entspannen, da es sowieso regnet.

Fotos zu Marokko bis Meknes: