Indonesien 2014+2015

Indonesien – 17.508 Inseln, 129 aktive Vulkane

Nach einigem Hin und Her, ob wir einen Flug nach Bali nehmen sollen oder nicht, entscheiden wir uns mit der Fähre nach Java zu reisen. Doch dies ist nicht so einfach wie man denken könnte. In Singapur radeln wir entlang der Küste durch den Stadtpark, 20 km wunderschöner schattiger Radweg. Am Tanah Merah Ferryterminal werden unsere Räder samt Taschen wie bei einem Flug eingecheckt und die Crew kümmert sich um den Transport. Zwei Stunden später sind wir schon in Indonesien, nämlich auf der Insel Bintan. Diese müssen wir nun überqueren um zum nächsten Fährhafen zu kommen, der 26 km entfernt liegt. Unsere ersten Eindrücke „Hoppla, sovieeel Verkehr!!“ “ Oh die Eiswürfel sehen komisch aus. Da verzichten wir lieber.“ „Die Lokale sehen ziemlich einfach und heruntergekommen aus.“
Aber die überwiegend moslemische Bevölkerung ist sehr hilfsbereit auch wenn wir leichte Verständigungsprobleme haben. So erreichen wir den Fährhafen Kijang ohne Probleme, finden ein günstiges Zimmer und nehmen am 27.11.2014 die Fähre KM Sinabung. Statt wie auf dem Fahrplan um 06.00 Uhr fährt sie zwar erst um 11.00 Uhr los, doch dafür ist das Wetter gut.

10_Indonesien_Faehre Surabaya_KM  Sinabung
Eine kleine Kakerlakenreise:
Während einer auf die Räder aufpasst, verstaut der andere das Gepäck in der Economy-Class. Dies ist ein „Kampf“ gegen die vielen Hin und Her rennenden Gepäckträger in ihren orangefarbenen Jacken, die das schwere Gepäck der 1.500 Passagiere schleppen. Wir finden zwei Pritschen nebeneinander in einem Raum, in dem sich bestimmt 500 Personen ebensolche Pritschen suchen. „Ja super!“, denken wir als wir uns auf den Plastikmatten niederlassen. Doch nicht nur wir freuen uns, sondern auch unsere unzähligen Mitbewohner und Mitreisenden, deren kleine Fühler vor Freude zwischen den Matrazen zittern. Kakerlaken! Wir heben die Matten hoch und sehen in den Holz- und Metallgestellen Massen von Kakerlaken und anderem hungrigem Kleingetier. Martin juckt es schon am Arm. Ein erster Stich! Wir schauen geradeaus und über dem Kopf des Indonesiers gegenüber krabbelt eine mittelgroße Kakerlake. Nun sucht sich auch hinter dem Kopf von Agnès eine ihren Weg. Nun reicht es!! Wir sind gerademal 5 Minuten hier und überall wo wir hinschauen kriecht und wimmelt es. Hier sollen wir 60 Stunden verbringen? Das ist doch schlimmer als im Dschungelcamp. Und dies in einem Schiff deutscher Bauart! Unglaublich!
Wir haben genug und versuchen einen anderen Platz zu finden. Doch überall im Economy Bereich sehen wir das gleiche Bild. Könnte es in der ersten und zweiten Klasse besser sein? Wir bezweifeln dies. Das Schiff ist völlig verseucht. Wir verbringen die nächsten Stunden auf dem Oberdeck im Café im Freien und hoffen dort schlafen zu können. Doch dort wird um 24.00 Uhr geschlossen. Auf der Suche nach einem Schlafplatz kommen wir an der Diskothek vorbei, ein weiterer kakerlakenfreier Platz, wo wir 2 Stunden verbringen. Doch auch dort können wir nicht schlafen.
Auf den Toiletten, in der Dusche, im Restaurant auf den Tellern: Kakerlaken!
Das Wetter ist gut und wir finden letztendlich einen prima Platz im Freien, auf dem 7. Deck unter einer Treppe. Dort instalieren wir uns einen Schlafplatz, den wir die nächsten 2 Tage nicht mehr hergeben werden. Die Mannschaft duldet uns dort, auch wenn sie meinen es wäre dort nicht sicher! Wir fühlen uns dort jedoch ziemlich sicher, denn in den Schlafsälen haben wir nun auch schon zwei ausgewachsene Ratten gesehen. Auch schauen hier andere Passagiere vorbei, mit denen wir leicht ins Gespräch kommen.
Ja und das Essen? Wir bekommen drei Mal täglich eine Portion Reis mit einem kleinen Stück Fisch (maximal 2 cm groß) und einem halben Esslöffel Kraut. Aber dafür ist es all inclusive! Super gell?!
Doch Gott sei Dank kann man sich auch eine Aufbrühsuppe „Pop Mie“ in einem geschlossenen Styroporgefäß kaufen….

Java: Zwischen Bromo und Brummern
Ein Zwischenstopp der Fähre im Hafen von Jakarta, kündigt sich früh an, denn schon Kilometer davor verfärbt sich das blaue Meerwasser in eine schwarze Brühe, in welcher bestimmt kein angenehmes Leben mehr möglich sein dürfte.
Wir sehen kilometerlange Ölfilmspuren auf dem Meer – hier ist die günstige Entsorgung von Schadstoffen noch geduldet, obwohl es laut Reiseführer wohl entsprechende Gesetze dagegen geben soll.
Von unserem Schlaflager aus beobachten wir über Stunden hinweg das Treiben im Hafen von Jakarta. Containerschiffe werden beladen, die indonesische Post holt und bringt Pakete zu den Schiffen. Hoppla, ein Paket fällt ins Wasser und der Postangestellte springt hinterher. Triefend und wütend kommt er mit dem Paket an Land. Er sieht nicht mehr sehr lecker aus.
Unter üblen Arbeitsbedingungen werden 100 Liter Benzinfässer per Hand von einem Lkw abgeladen. Es ist schon erstaunlich dass dabei nichts passiert. Doch überall sehen wir Schilder „Safety first!“. Aha, deshalb.
Einen Tag später kommen wir endlich in Surabaya an und unser Fährabenteuer ist beendet. Surabaya ist eine nicht so schöne Großstadt und bei der Suche nach einem Hotel sehen wir in den dunklen Straßen dicke Kakerlaken und Ratten. Sind wir schon paranoid?

Wir freuen uns zunächst an der Küste entlang zu radeln doch der Verkehr ist immens. Java ist die am dichtesten besiedelte Insel der Welt. Hier tummeln sich 140 Millionen Einwohner, d.h. auf einen Quadratkilometer kommen 940 Personen. Und wie es scheint haben diese Personen alle dasselbe Hobby: Motorroller und LKw fahren.
Erst mit Hilfe von Pfeifen und Gestik können sich parkende Autos in den Verkehrsfluss einfügen. Dafür sind in jeder Ecke für ein paar Groschen Männer bereit diese Aufgabe zu erfüllen.

Ein weiterer Weltrekord den Java zu bieten hat: über 40 Vulkane, davon einige ziemlich aktiv.

Von Probolingo aus wollen wir einen Abstecher in das Landesinnere machen um den Vulkan Bromo, auf 2.392 m, zu sehen. Doch eine Busfahrt in das 40 km entfernte kleine Dorf Cemoro Lawang ist nicht so leicht zu organisieren und so entscheiden wir uns die steile Strecke hinauf zu trampen. Zu uns gesellt sich der Pole Robert und nach zwei Stationen Autostopp werden wir bis zum Kraterrand des Dorfes hinauf gefahren. Der rauchende Bromo, liegt in einer mondähnlichen Landschaft vor uns und wir sind von diesem Anblick überwältigt. Doch die Sicht ist nachmittags nicht so gut und wir sind gespannt, wie es am nächsten Morgen sein wird, denn wir wollen vor Sonnenaufgang an einem Aussichtspunkt sein.
Solange erkunden wir die Umgebung, sehen die Bauern in ihren fruchtbaren Feldern arbeiten, bestaunen die kleinen bunten Häuser und genießen das kühle Klima.

Am nächsten Morgen um 4.30 Uhr machen wir uns auf den Weg zum Aussichtspunkt, einem Fußweg von 3 Kilometern auf 2.770 m Höhe.

44_Indonesien_Java_Bromo Semeru
Die Sicht ist prima und wir sehen vom alten Kraterrand aus über eine Ebene hinweg zum rauchenden Bromo und zwei weiteren Vulkanen. Der Bromo selbst wird im Hintergrund von dem höchsten Berg Javas, dem Gunung Semeru mit seinen 3.676 m, überragt. Auch dieser qualmt ruhig vor sich hin. Direkt neben dem Bromo liegt der erloschene Vulkan Batok, der aus der steppenähnlichen Ebene aufragt. Ein klasse Anblick und die Farben der Landschaft ändern sich von Minute zu Minute.
Nachdem wir uns satt gesehen haben, nehmen wir den Pferdepfad der vom Dorf bergab führt, durchqueren den alten Krater und umgehen damit die Kontrollstelle an der Straße, bei welcher man ein ordentliches Eintrittsgeld entrichten müsste. Vorbei an einem alten Hindutempel, geht es nun auf einem Lavafeld steil bergauf. 253 Treppenstufen bringen uns schließlich bis an den Kraterrand des dampfenden Bromo. Was für ein Spektakel – er hört sich wie ein gewaltiger Wasserfall an.
4 Stunden später gönnen wir uns ein leckeres Nasi Goreng Chicken bevor wir uns zusammen mit Robert auf die Rückfahrt, diesmal mit einem Bus, machen. In Probolingo, der Stadt die für ihre leckeren Mangos bekannt ist, erholen wir uns von dem anstrengenden Ausflug.

13_2_Indonesien_Java_bei Pasuruan

Java ist wirklich kein Paradies für Radfahrer, doch es gibt auch ein paar schöne Küstenabschnitte, an denen man sich zwischen  Meer, Reisfeldern und Vulkanen bewegt. Der Abschied fällt uns nicht schwer und wir nehmen so bald es geht die Fähre nach Bali. Die Fahrt von Ketapang nach Gilimanuk auf Bali dauert eine Stunde und kostet mit Rädern pro Person 60 Cent.

Bali: Insel der Götter
Das Besondere an Bali sind die Bewohner und ihr Umgang mit den Göttern. Jeden Tag werden mit Reis, Obst, Blüten und Räucherstäbchen geschmückte Bananenkörbchen auf die Wege, Eingänge, privaten Tempel und öffentlichen Tempel gelegt. Jedermann hat mindestens einen Tempel vor dem Haus und einen im Hof. Man sagt, auf Bali gäbe es mehr Tempel als Einwohner. Wir glauben dass dies stimmt. Als wir ankommen müssen wir erst einmal aufpassen nicht über die vielen Bananenkörbchen zu fahren oder darauf zu treten. Noch dazu ist Vollmond. Das bedeutet noch mehr Körbchen und Zeremonien. Gleich am ersten Tag sind wir mitten im Geschehen der Prozession in einem Bergtempel. Wir betrachten das Treiben um uns herum und werden gleich vom obersten Mönch angesprochen. Er war vor 2 Jahren in München und kann noch ein paar Brocken Deutsch. Er schwärmt von bayrischem Gulasch und Schweinebraten. Allerdings will er nicht noch einmal dahin, denn selbst im Hochsommer war es viel zu kalt.

06_Indonesien_Bali_Tempelprozession

Für uns ist Bali mit viel schnorcheln und gutem Essen verbunden. Das erste Mal schnorcheln wir bei Pemuteran, doch da ist sehr viel Plastik im Wasser und der Blick auf das schöne Korallenriff ist etwas getrübt. Wir sehen dort etliche Schwärme großer Fische. Wir schnorcheln bis unsere Kniekehlen aussehen wie Feuerquallen.
Bei Tulamben ist das Wasser viel sauberer und vor der Küste in guter Reichweite liegt das Wrack des US Frachters Liberty, der 1942 gesunken ist. Hier gibt es etwas weniger Korallen, dafür eine Menge an bunten Fischen, wie wir es uns nie vorstellen konnten. Als Höhepunkte sehen wir beim Wrack vier Riesenmeeresschilkröten, die dicht bei uns sind. Neben einer können wir sogar mitschnorcheln. Ein klasse Gefühl.
Unser dritter Schnorchelplatz ist bei Jemeluk im Nordosten. Dort gibt es während wir dort sind das klarste Wasser und die buntesten größten Korallen. Lionfische, eine Moräne und die ganze bunte Vielfalt begeistern uns.
Es gibt entlang der Küste zwar viele Tauchressorts, doch es ist gerade Nebensaison und somit sehr wenig los. Das Meer, die Strände und Restaurants sind leer, die Preise der Zimmer gut verhandelbar. Hier im Norden von Bali sind die Strände oft aus dunklem Vulkangestein oder schwarzem Sand.

Auch auf Bali spielen Vulkane eine große Rolle. Der 3.142 m hohe Agung ragt direkt neben der Küste in die Wolken und nur wer Glück hat, kann seine Spitze sehen. Von Lovina aus machen wir einen Ausflug mit einem Motorroller in die Berge. Diese Roller kann man schon für 2,50 Euro am Tag mieten. Es geht von Meereshöhe steil nach oben auf über 2.000 m, bis wir zwischen den schnell vorbeiziehenden Wolken am Vulkansee Buyan ankommen. Der Munduk Wasserfall ist sehr schön zwischen Kaffeeplantagen und wilderer Natur gelegen. Beim Spaziergang dorthin kommen wir an haushohen Baumfarnen und vielen blühenden Sträuchern vorbei. Wir passieren den See Bratan und kommen nachmittags zu den jahrhunderte alten grünen Reisterrassen von Jati Luwih. Sie wären fast Unesco Weltkulturerbe geworden, aber leider nur fast. Dafür sind sie sehr grün und lohnen einen Ausflug. Nach 140 Kilometern mit dem Roller haben wir genug Schönes gesehen und sind ziemlich platt.
41_Indonesien_Bali_Lovina_bei Munduk Wasserfall

Beim Radeln erleben wir oft die balinesischen Gastfreundschaft. Spontan werden wir zu einem Mittagsbuffet eingeladen, nur weil wir an einem Familienfest vorbeikommen. Es ist eine Art „Brautschau“, bei der drei junge bunt geschmückte Frauen im heiratsfähigen Alter vorgestellt werden. sie sind zwischen 13 und 15 Jahre alt.

Alle 210 Tage wird auf Bali das 3-tägige Fest Galungan gefeiert. Die Bedeutung des Festes nach den Vorstellungen der Balinesen ist der Sieg des Guten über das Böse, Dharma gegen Adharma. Für die Balinesen ist es ein großes Familienfest. Nahezu alle Hauseingänge werden mit Penjor geschmückt. Dies sind reich verzierte 6 bis 7 m hohe Bambusstangen, mit Fahnen, Früchten und Süßigkeiten. Am 2. Feiertag werden vor allem die Haustempel und öffentlichen Tempel aufgesucht und Opfergaben dargebracht.
Wir haben Glück denn wir sind am 17.12.14, dem Hauptfesttag, in Jemeluk im Nordosten. Uns fällt sofort auf, dass jedes Auto und jeder Motorroller geschmückt ist. Mit gewebten und verflochtenen Naturmaterialien wie Palm- und Bananenblättern. Auf den Wegen und bei den Tempeln sehen wir üppigere Opfergaben als bisher. Dann am Strand: jedes Boot, jeder Motor, hat ein prall gefülltes Bananenblattkörbchen. Viele Körbchen stehen auch auf dem Boden vor dem Meer. Noch vor dem Frühstück bekommen wir von einem festlich angezogenen Balinesen einen Teller mit Früchten, Süßigkeiten, Kuchen, Reis und Ei. Eine nette Geste!

72_Indonesien_Bali_Tulamben_Penjor

Von Jemeluk aus folgen wir der Nordostküste, einer sehr schweißtreibenden Route. Es geht durch verschiedene kleine Buchten, davor immer eine Talfahrt, die viel zu schnell vergeht und danach ein Anstieg, der uns an viele Saunagänge erinnert. Die Strecke ist jedoch mit unglaublichen Ausblicken auf das blaue Meer verbunden. Ein Muss auf Bali.
Wir erreichen die Hafenstadt Padangbai, die Flair hat, und nehmen von hier aus die Fähre zur Insel Lombok. Die Überfahrt dauert 5 Stunden und kostet gerade mal 4 Euro pro Person inklusive Fahrrad.

Lombok und Gili Air: langsam, langsam!

Die Schifffahrt bei schönstem Sonnenschein und ruhiger See motiviert viele Delphine zur Fähre zu schwimmen und diese eine längere Zeit zu begleiten. Sie schwimmen unter der Fähre durch und ein ganz motivierter Delphin hechtet sich aus dem Wasser über seinen anderen Artgenossen. Ein tolles Schauspiel im Preis inbegriffen!

Lombok ist völlig anders. Die Bauern tragen spitze Reishüte, wie in Vietnam, und es gibt kaum mehr Tempel. Dafür hören wir wieder fast täglich die Gebete des Muezzin aus den scheppernden Lautsprechern. Die Lomboker scheinen viel Zeit zu haben, denn ihren Lieblingsspruch „langsam, langsam“ werden wir die nächsten 2 Wochen sehr oft hören. Sie betonen auch immer wieder, dass die Balinesen, im Gegensatz zu ihnen, sehr geschäftig wären.

Bei leichtem Regen radeln wir bis kurz vor Senggigi. Es gibt entlang der Küste so gut wie keine kleinen Gästehäuser, sondern lediglich ab und zu ein großes Luxusresort. Zum Glück finden wir ein günstiges Homestay mit netten Besitzern, das wir uns auch gleich für die Rückfahrt vormerken. Der nächste Tag ist heiß und gerade heute haben wir die schwierigste Teilstrecke vor uns.

Auszug aus dem Tagebuch: „Ab Senggigi ist die Fahrt landschaftlich zwar sehr schön, aber auch ziemlich qualvoll bei der Hitze. Die Bergrücken ragen wie Finger ins Meer. Es ist ein ständiges auf und ab, von Bucht zu Bucht. Oft müssen wir schieben und es ist wieder ein Saunagang angesagt. Der Schweiß tropft im Sekundentakt und verdampft auf der Fahrbahn. “

06_Indonesien_Lombok
Da die Übernachtungssituation heute nicht besser wird, beschließen wir auf der touristisch erschlossenen Insel Gili Air unser Glück zu versuchen. Die Fahrt zu dieser kleinen Insel dauert wie man uns sagt nur 30 Minuten und kostet weniger als 1 Euro pro Person. Doch zuerst gilt es die beiden Fahrräder und das ganze Gepäck durch das Meerwasser zu tragen und in das Boot zu hieven. Kein Problem bei gutem Teamwork!

Auf Gili Air angekommen sind wir gleich begeistert – jede Menge tolle Bungalows, kein Motorlärm denn Autos und Scooter sind verboten, kristalklares Wasser und angenehme Atmosphäre. Eine halbe Stunde später beziehen wir einen sauberen, modernen Bungalow bei Youpy Bungalow mit Terrasse; das schöne Badezimmer unter freiem Himmel.
Nichts wie ins Wasser. Beim Schnorcheln sind wir zuerst ein wenig enttäuscht, denn die Korallenwelt bei Bali war erheblich schöner. Doch nur kurz, denn später sehen wir wieder mehrere Meeresschildkröten und bunte Fische. Auch ist das Wasser hier am  klarsten. Das erste Mal seit Langem bemerken wir, dass die Bevölkerung auf die Umwelt achtet.
Wir genießen die schönen Sonnenuntergänge im Norden der Insel, die man zu Fuß in 1 Stunde umrunden kann – immer am Strand entlang. Wir hatten weder geplant hierher zu kommen, noch lange zu bleiben, doch letztendlich bleiben wir Weihnachten und Silvester hier und irgendwann sind 15 Nächte rum. Eine richtig tolle Erholung für uns. Für Weihnachten und Silvester war die große Party angesagt, doch unserer Meinung nach blieb es ziemlich ruhig. Nur an 2 oder 3 Tagen waren mehr Touristen auf der Insel.

Trotz schlechtem Internet gelingen uns sogar die online-Visaanträge für Australien, die wir wiederum online 10 Minuten später erhalten. Den Flug nach Perth für 130 Euro inklusive Räder und Gepäck buchen wir für den 20. Januar ab Bali. Günstiger kommen wir nie wieder nach Australien.

Am 5. Januar hieven wir wieder unsere Räder in das kleine Boot, radeln zurück nach Lambar und setzen am 6. Januar mit der Fähre nach Bali, Padangbai, über.

Bali zum zweiten Mal:

Weiter geht es durch zahlreiche kleine Dörfer, vorbei an hunderten Tempeln. Wir wollen nach Ubud, einem schönen
Touristenstädtchen, von Reisterrassen und Palmen umgeben. Berühmt ist Ubud durch vielfältige Handwerkskünste, wie
Holzschnitzereien, Malerei, Steinmetzarbeiten. Doch kurz vor Ubud gibt es auf der Straße einen Wasserrohrbruch und Martin
weicht mit seinem Rad auf den gefliesten Gehweg aus. Da passiert es. Das Rad rutscht weg, ist nicht mehr zu halten und Martin schlittert über den unter Wasser stehenden Gehweg. Glück im Unglück, denn Martin kommt mit ein paar Schürfwunden am Knie und Arm noch glimpflich davon. Noch an der Unglücksstelle legt ihm Agnès Verbände an.

Wir besuchen in Ubud den „monkey forest“, eine grüne Oase in der Stadt mit an die 600 balinesische Makakken sowie gigantischen Urwaltbäumen und dunkelgrün bemoosten Brücken, Gebäuden und Steinen.

135_Indonesien_Bali_Ubud Monkey Forest

Wir machen auch einige Ausflüge mit den Rädern, ohne Gepäck, in der grünen Umgebung von Ubud. Wir spazieren durch die
idyllisch gelegenen Reisfelder im Norden von Ubud und genießen die Ruhe.

Die Weiterfahrt nach Sanur, bei der es nur bergab geht, führt uns an vielen Kunst- und Handwerkerläden vorbei: Buddhastatuen,
uns nicht bekannte Dämonen, Geisterwesen und bunte Malereien. Es ist Wochenende und unglaublich viele Indonesier aus dem Großraum Denpasar verbringen ihre Freizeit am „Strand“. Doch der ist mini, im Gegensatz zu den weiträumigen Stränden die sich die Luxusresorts unter den Nagel gerissen haben. Die Stadt ist zweigeteilt, im Norden halten sich die Einheimischen bei ihren einfachen Warungs /Essbuden und bei der Mole auf. Im Süden liegen die Touristen auf ihren Rattanliegestühlen beim Cocktail.

Da wir bis zu unserem Flug am 20. Januar noch ein paar Tage haben, entspannen wir am Balangan Beach, einem kleinen
Surferstrand, der zwischen Klippen eingebettet liegt. Hier beziehen wir in einem Stelzenholzhaus ein rudimentäres Zimmer in vorderster Front. Bei Flut rauscht das Wasser unter uns hindurch. Doch wir hören nachts auch noch andere Geräusche, denn es schüttet in Strömen und unter unserem Haus entsteht binnen Minuten ein wilder Bach. Das Haus zittert und wir denken schon, dass man uns bald im weiten Meer einsammeln kann. Aber das Haus hält. Noch wissen wir nicht, was genau diese Virbrationen verursacht hat. Am nächsten Morgen sind wir jedoch ziemlich erstaunt, als wir feststellen, dass große Baumstämme die der Fluss brachte, gegen die Stützpfeiler gedonnert sind. Wir genießen auch Sonne Strand und Meer, das jedoch seit dem Regen ziemlich mit Plastik verunreinigt ist.

171_Indonesien_Bali_Balangan Beach

Fünf Tage später nehmen wir uns in Flughafennähe ein luxuriöseres Zimmer. Es gibt die letzten vier Tage auf Bali noch einiges zu tun. Kartons für die Fahrräder beschaffen, Kettenwechsel, Räder putzen und zerlegen, Zelt schrubben, das Gepäck aufteilen und noch ein paar Einkäufe machen. Die Räder dürfen bei der Einreise keinerlei Erdantragungen haben, da sie ansonsten für drei Wochen in Quarantäne müssen. Organisches Material darf nicht nach Australien eingeführt werden.

Alles klappt prima und wir freuen uns schon auf Australien, auch wenn wir wissen, dass wir nur einen sehr kleinen Ausschnitt des riesengroßen 5. Kontinents befahren werden.

Fotos zu Java

Fotos zu Bali

Fotos zu Lombok und Gili Air

Fotos zu Bali zum zweiten Mal