Deutschland 2015

Deutschland hat uns wieder – Deutschland und seine Strukturen…

Plötzlich sehen wir das Landesschild Bayern und realisieren, dass wir im Land der Laugenweckle mit Nutella, der Gummibärle und des
Hefeweizens sind.  Wir besuchen die Altstadt von Füssen mit den malerischen Häusern und weiter geht’s an den Weissensee, wo wir einen Badestopp einlegen. Doch die vielen Bremsen verjagen uns und wir radeln ziemlich angesaugt weiter, über Pfronten, in Richtung Kempten.

der Lechfall gleich an der Grenze

der Lechfall gleich an der Grenze

Irgendwo in der Pampa, bei einem Schützenhaus, wo wir uns ein leckeres Weizenbier gönnen, können wir gerade noch vor einem heftigen Gewitter in unser bereits aufgebautes Zelt flüchten. Am nächten Tag bleiben wir bis zur Mittagszeit im Zelt, denn der Regen ist ekelhaft.

Unsere weitere Station ist die Vögelesmühle, einem großen Gut, wo wir von den warmshowers Liane und Martin erwartet werden. Dort werden wir von Liane und den Bewohnern der Vögelesmühle lecker bekocht und verbringen einen lustigen Abend zusammen.Überhaupt sind die Leute die wir im Allgäu so treffen unheimlich nett, denn wir werden immer wieder gefragt ob wir Hilfe brauchen würden und wo wir denn hin wollen.

Auf Radwegen an der Iller entlang gelangen wir über Altusried in die Gegend um Leutkirch, genauer gesagt nach Beyschlechts, wo wir eine Weile bei Freunden wohnen werden. Zusammen mit Brigitte und Adrian kochen wir selbstgesammelte Kräuter, backen Kuchen und grillen im Garten. Einfach toll! Ein Ausflug nach Isny und nach Leutkirch runden unseren fünftägigen Aufenthalt auf dem Land ab.

Der Illerradweg bringt uns zum Kloster Ottobeuren, einer Benediktinerabtei. Der auch als „Schwäbischer Escorial“ bezeichnete Baukomplex liegt in der Diözese Augsburg und wurde bereits im Jahr 764 gegründet.

Der Ammerseeradweg führt uns durch kleine Höfe, vorbei am Ammersee, an den Pilsensee, wo wir bei Seefeld auf dem Campingplatz mit angeschlossenem Freibad zelten. Nun ist es nicht mehr weit bis München-Planegg, wo wir noch einen Stopp bei warmshower Edgar einlegen wollen. Der Weg entlang der Würm führt über Felder und durch Wälder, so dass man nicht das Gefühl hat in der Nähe von München zu sein. Bei Edgar, seinen Kindern und der Nachbarin wird der Grill angeworfen und wir sitzen gemütlich im Garten. Wir verbringen einen sehr netten Abend zusammen und am nächsten Tag werden wir noch bis an den Isarradweg begleitet.

Die Tour führt weiter durch Waldgebiete und wir sehen sogar Wildschweine. Und dies kurz vor München!

Unsere weitere Planung sieht vor, dass wir in den nächsten Tagen drei unserer Töchter besuchen, die es in die Städte München – Augsburg – Ulm gezogen hat. Wir wollen jeweils zwei Nächte bei ihnen bleiben.

In München freuen wir uns schon riesig auf Julia, die Tochter von Martin, und deren Freund Daniel. Ein tolles Gefühl sich nach zwei Jahren wieder in den Armen zu liegen. Wieder einmal werden wir mit leckerem Essen, wie Obazda, Weißwürsten und Weizenbier verwöhnt. Auch der Besuch eines idyllisch gelegenen Biergartens darf nicht fehlen. Der Abschied nach zwei Nächten fällt nicht leicht, doch wir wissen ja, dass man sich in Zukunft auf jeden Fall öfter sehen kann.

In Augsburg stehen schon Leni und deren Freundin Deborah auf der Terrasse und hopsen durch die Luft als wir angeradelt kommen. Auch dort werden wir von den Beiden und deren Freundinnen gemästet. Basilikumschaumsuppe mit Tomaten und Mozarella, Crêpes und leckere Getränke versüßen uns den langen heißen Sommerabend auf der Terrasse. Der Sprung in den Eiskanal, dem Lieblingsplatz der Studenten, am nächsten Tag kühlt uns wieder herunter und wir radeln zu fünft zu einer Besichtigungstour in die Innenstadt von Augsburg.

Vor Ulm suchen wir abends Schutz vor einem heftigen Sturm mit Gewitter. Schnell stellt sich heraus, dass wir unter dem schützenden Dach des Feuerwehrhauses gelandet sind, denn wir bekommen nun hautnah einen Feuerwehreinsatz mit. Heranrasende Pkw, die mit offenen Türen einfach abgestellt werden, Männer rennen teilweise barfuß oder ohne Oberbekleidung in das Feuerwehrhaus — man nimmt die Sache ernst. Später werden wir noch von ihnen nach innen eingeladen, aber wir wollen weiterradeln, da es schon dämmert und wir einen Zeltplatz brauchen.

Nun ist Agnès ziemlich aufgeregt, als wir uns Ulm immer mehr nähern. Sie steigt in die Pedale und Martin kommt kaum noch hinterher. Dort am Münster treffen wir überglücklich Nora und David, die wir seit unserer schönen Zeit in Thailand nicht mehr gesehen haben. Auch sie haben sich ins Zeug gelegt, denn wir werden unter anderem mit Schweinebraten und selbst gemachten Späzzle verwöhnt. Schöne Spaziergänge in der Umgebung und die Stadtbesichtigung machen deutlich, dass die Beiden in einer schönen Gegend studieren. Doch nach zwei Nächten radeln wir
weiter, wohl wissend dass wir uns bald wieder sehen werden.

In Blaubeuren schauen wir mal nicht in einen Kochtopf, sondern in den der Blau, picknicken im Klostergarten und radeln an der schönen Schmiech, einem Donauzufluss, entlang nach Münsingen. Hier oben auf der Schwäbischen Alb ist es richtig kühl und wir packen mal wieder unsere Winterklamotten aus.

Natürlich wollen wir zu den Gönninger Seen um dort, wie vor mehr als 2 Jahren, unser Zelt aufzustellen. Dort verbrachten wir unsere erste Nacht und wir können es kaum glauben, dass wir nun an der gleichen Stelle zelten. Voller Eindrücke, Erfahrungen und toller Begegnungen schließt sich hier der Kreis unserer Reise.

wie vor mehr als 2 Jahren an den Gönninger Seen

wie vor mehr als 2 Jahren an den Gönninger Seen

Ohne weiteres könnten wir von hier aus in einem Rutsch nach Horb-Mühringen zu unserem kleinen Haus radeln, doch wir wollen uns Zeit lassen und langsam ankommen. Wir wollen noch Martin Eltern, Onkel und Freunde in Tübingen und Herrenberg treffen und gemeinsam unsere Ankunft feiern.

So wurde in Tübingen ein Gartenfest für uns organisiert. Wir müssen nichts tun, nur gut ankommen, hat es geheißen. Und das tun wir auch und werden mit einem „großen Hallo“ empfangen. Im Garten von Otto und Renate wird bis spät in die Nacht gegessen, getrunken und gelacht und es ist richtig schön die Schulfreunde und deren Partner nach so langer Zeit wiederzusehen.

Auch bei dem Fest in Herrenberg, bei Gedde, haben wir viel zu erzählen und genießen es zusammen mit all unseren Freunden im Garten zu sitzen und sie alle zu sehen. Da jeder etwas zu Essen mitbrachte haben wir plötzlich ein leckeres großes Buffet und können bis in die Morgenstunden schlemmen.

Natürlich möchte auch jeder, wie schon zuvor, wissen wie es mit uns weiter geht. Was sind eure Pläne? Wann wollt ihr wieder arbeiten? Von was und in welchen Strukturen wollt ihr leben?
Manche wollen die schönsten Erlebnisse hören, andere die schlimmsten, andere die spirituellsten….Hattet ihr Angst?
Die Antwort von Agnès ist grundsätzlich einfach: „die Welt ist gut!“, ist ihre Grundaussage, denn schließlich haben wir tatsächlich zu 99 Prozent nur gute Begegnungen gehabt. Und „wir hatten Vertrauen“, was sich bewährt hat.

Hier in Herrenberg trifft auch tags darauf Samantha ein und Mutter und Tochter liegen sich in den Armen und freuen sich riesig.

Die letzte schöne Feier genießen wir auf den Feldern vor Hailfingen beim Tipi, wo sich weitere Freunde von uns versammelt haben. Wieder wurde für uns gesorgt und wir müssen nichts weiter tun als am Feuer sitzen und uns verpflegen lassen.
Am nächsten Tag radeln wir, müde vom vielen feiern, nach Mühringen. Doch es geht nicht so einfach wie gedacht, denn irgendwie sollen wir wohl  nicht gleich ankommen und verfahren uns laufend auf den unübersichtlichen Radwegen. Es war wirklich einfacher den Weg von Hanoi nach Pakse zu finden als nach Mühringen!

Wir können es kaum fassen, wir sind Zuhause und haben ein festes Dach über dem Kopf, Herd, Dusche, Kühlschrank….purer Luxus.
Unsere jeweils vier Satteltaschen reichen uns für die ersten zehn Tage, denn wir haben zunächst nicht das Bedürfnis unsere vielen Umzugskisten und Möbel, die wir bei Freunden gelagert haben, abzuholen.

Wir sind sehr dankbar für diese wunderschöne Zeit, vor allem für die vielen tollen menschlichen Begegnungen. Und wir sind uns sicher, dass es nicht unsere letzte große Radreise war. Doch davon später.

Eine kleine Statistik zum guten Schluss:

Wir haben insgesamt 32 Länder – manche nur ganz kurz, andere monatelang – bereist.
Dabei haben wir 27.510 km zurückgelegt.
Im Durchschnitt sind wir an den Radlertagen 75 km am Tag geradelt.
Höchstgeschwindigkeit: 79,8 km/h (Martin)
höchster Pass: 3.750 m
längster Aufenthalt: in Australien 89 Tage
verbrauchte Reifen: 2×2 Schwalbe Marathon
Pannen: 20 mal geflickt bei beiden Fahrrädern zusammen
Lieblingsland: Iran

Fotos zu Deutschland:

Österreich

Österreich zum zweiten Mal – Unser Kreis schließt sich

Ab Nauders geht es mit einem Umweg über die Schweiz und dem kleinen Ort Martina zurück nach Österreich auf die Via Claudia Augusta in Richtung Pfunds. Ab und zu suchen wir Schutz vor einem der heftigen Sommergewitter.

01_Schweiz_bei Martina

Plötzlich hören wir lautes Gebrumme und werden von einer Schar Oldtimer, der verschiedensten Marken, überholt. Wir lassen uns auf einer Bank nieder und beobachten von dort aus, quasi vom ersten Rang aus, das Oldtimerrennen Silvretta Race.

Der Fernpass steht uns bevor, den wir mit viel Schweiß am heißesten Tag des Jahres meistern. Der Radweg ist eher für Mountenbiker gedacht, denn es ist nicht einfach für uns, vor allem die Abfahrt, in dem zum Teil tiefen Schotter zu bewältigen. Teilweise ist der Weg sehr schmal und wir haben das Gefühl über einem Abgrund zu schweben.

09_Oesterreich_Fernpass

Wieder einmal werden wir von anderen Radfahrern, die sich in ihrer Funktionswäsche durch die Berge quälen, auf unsere Flip-Flops
angesprochen: „Habt ihr keine festen Schuhe dabei?“ , „Wollt ihr so den Berg hoch und hinab radeln?“. Wir geben zu verstehen, dass sich bei uns die Flip-Flops seit fast 12 Monaten bewährt haben und wir sehr gut damit zurecht kommen. Irgendwie kommen unsere Antworten jedoch nicht so richtig an.

Die nächsten Kilometer folgen wir dem Verlauf der Inn und kommen nach Landeck, Imst und Nassereith. Bei Biberwier finden wir einen
wunderschönen Zeltplatz am Waldrand auf einer gemähten Wiese. Unser Zelt bekommt seinen Platz direkt neben einem großen Indianer-Tipi und fühlt sich bestimmt miniklein. Wir haben einen fantastischen Blick direkt auf die Sonnenspitze, die sich ebenfalls wie ein Dreieck vor uns erhebt. In der anderen Richtung sehen wir das Wettersteingebirge mit der Zugspitze.
Kaum steht unser Zelt, kommt ein Österreicher mit seinem Scooter angebraust. Er stellt sich als der Besitzer des Tipis vor und führt aus, dass er sich mit dem Dakota Indianerstamm verbunden fühlt. Wir unterhalten uns nett und für ihn ist es kein Problem wenn unser Zelt auf seiner Wiese steht.

Vor Reutte schauen wir hoch, zu der längsten Hängebrücke der Welt für Fußgänger und sehen durch den Glasboden die Füße der Besucher, die hoffentlich schwindelfrei sind. Sie überspannt mehr als 400 Meter in einer Höhe von 100 Metern.

Nach der Burgenwelt von Ehrenberg geht es dann steil bergab in Richtung Reutte. Auf 2,9 km verlieren wir 400 Höhenmeter! Kein Spass für die, die uns hier entgegen kommen, denn auch heute ist wieder ein sehr heißer Tag.

In Reutte übernachten wir bei warmshower Gastgeber Jonathan, der uns herzlich empfängt. Hier verbringen wir den sehr warmen Abend bei einem kühlen Bier gemütlich auf dem Balkon, mit Blick auf die uns umgebenden Berge.

Nun ist es nicht mehr weit bis zur deutschen Grenze. Schöne Radwege bringen uns bis an die Lech und den Lechfall.

Fotos zu Österreich:

Italien 2015

Italien – „Ooooh sole mio — ooooh diese Italiener!“

„Oh sole mio…“ sangen wir bei unseren Warmshowers in Caposile und „oh diese Italiener“ rufen wir fast täglich auf den Radwegen. Irgendwie sind diese Radwege, so schön dass es sie gibt, für uns nicht so ganz ausgereift. Entweder enden sie abrupt, also mit Vollsperrung ohne Umleitungshinweise, oder wir müssen uns durch einen Schilderwald im Slalom durchschlängeln. Kein Wunder, dass die Mehrzahl der Italiener mit dem Rad auf der Straße fährt. (zu den Radwegen siehe: Kurioses)
Die italienischen Straßenradler in ihren modernen Hightechklamotten rasen in Gruppen an uns vorbei und rufen uns ein „Bravo!“ zu. Es bleibt keine Zeit für ein Gespräch.

Unser erstes Ziel ist Venedig, da Martin dort noch nie war. Über Triest, entlang der schönen bevölkerten adriatischen Küste, einem Umweg über Caorle und Caposile, erreichen wir nach 3 Tagen den Campingplatz Silva bei Cavalino.  Von hier aus machen wir unseren Ausflug in die Lagunenstadt, die man gesehen haben sollte. Der Marcusplatz mit der Goldenen Basilika, die wir besichtigen, zieht uns in seinen Bann.

17_Italien_Venedig

Wir sitzen im Schatten der Arkaden und beobachten die Touristen, die sich einen Cappuccino im Café Fabian gönnen. Kostet ja nur mal gerade 9 Euro – oder ein Eiskaffee für 15,50 Euro. Doch dafür spielt eine kleine Kombo südamerikanische Schlagermusik. Wie passend!
Wir ziehen den ganzen Tag durch die schwimmende Stadt, kühlen uns in einigen Kirchen ab, besuchen eine Kunstausstellung, picknicken an einem Kanal und beobachten die Schifffahrt. Baumaterial, Lebensmittel, Getränke, Abfall — alles wird per Schiff befördert.
Die Handwerker transportieren ihre Lasten mit Schub- oder Sackkarren.

Unsere Weiterreise führt uns über die Inseln Lido und Pellestrina nach Choggia, so dass wir drei Mal die Fähre nehmen. Choggia, eine historische Stadt mit großer Kathedrale – der heiligen Agnès mit Schaf –  und kleinen Kanälen wirkt wie ein kleines Venedig auf uns.

45_Italien_Lagune von Venedig_Panorama

Richtung Padua ist es nicht so einfach einen guten Zeltplatz zu finden, da die ganze Landschaft kanalisiert ist. Padua mit seinem Dom, seiner Basilika, der gut erhaltenen Altstadt und dem drittgrößten Platz der Welt gefällt uns prima.

Von hier aus führt der Radweg entlang des Flusses Bacciglione bis nach Vicenza, wo wir bei den Warmshowers Giulia und Andrea herzlich aufgenommen werden. Gekocht wird ein leckeres Lakritze-Risotto, was besonders mit Rotwein mundet. So etwas hatten wir noch nie!
Auf der Plaza di Signori sehen wir an diesem Mittag eine rasante Aufführung einer Capoeira Gruppe, ein Theaterstück und einen Künstler mit Riesenseifenblasen, der ganze Kinder einhüllt. Tags darauf, am Morgen, findet Yoga für Jedermann hier statt. Ein tolles Flair!

Die nächste berühmte Stadt, Verona, die in einer schönen Flussschlaufe liegt, wartet mit römischer Arena, historisch wertvollen Gebäuden und Kirchen auf.

63_Italien_ Verona_Panorama

Doch es zieht uns schnell weiter, denn wir haben ein wichtiges Treffen in Aussicht. Die Ex-Herrenberger Sandra und Ribell, die nun in der Nähe des Gardasees wohnen, wollen von uns besucht werden. Sie ahnen noch nicht, dass wir gleich eine Woche bei ihnen bleiben werden. Wir machen zusammen viele schöne Ausflüge, wie nach Malcesine, ins malerische Lazise, hoch auf den Mt. Baldo, baden im Gardasee und trinken beim Winzer und Zuhause leckeren Fusilier und andere Weine. Wir werden super gut bekocht und sitzen gemütlich zusammen. Wie schön!
Und zu guter letzt:: der Fahrradständer von Agnès wird nach fast eineinhalb Jahren (!!) von Ribell geschweist. Vielen Dank für alles!

84_Italien_Ausflug nach Malcesine_Gardasee_Panorama

Der Radweg Via Claudia Augusta führt uns weiter an der Etsch „Adige“ entlang. Die Strecke bis Bozen und Meran verläuft durch riesige Apfelplantagen, Weinbaugebiete und Kiwifarmen, was mit der Zeit schon ein wenig eintönig ist.  Eine schöne Abwechslung bieten uns da die vielen erfrischenden Sprinkleranlagen der Plantagen, die kleine Regenbogen fabrizieren.
Es ist sehr heiß und wir kühlen uns täglich in der 13 Grad kalten Etsch ab.
In der Radlerstadt Bozen tauschen wir unsere Erfahrungen über China und dem Iran mit dem Radler Martin aus, der uns für eine Nacht herzlich beherbergt. Kurz nach Meran wird die Landschaft viel abwechslungsreicher. Ab Algund geht es hoch in die Berge, entlang der reißenden Etsch.
Teilweise müssen wir 19 Prozent Steigung bewältigen.

117_Italien_Haidersee

Wir baden im Haider See, kurz vor dem Reschenstausee, und genießen den Ausblick auf das Bergpanorama das uns umgibt. Direkt unterhalb des Staudammes bauen wir unser Zelt auf und bekommen abends noch Besuch von einem jungen Reh. Am nächsten Tag sind wir schnell über den Pass und wir passieren fast ohne es zu bemerken die österreichische Grenze. Von hier aus geht es zügig bergab nach Nauders.

Fotos zu Italien:

Österreich 2013

9. Tag: 102 km
Die Landschaft ändert sich schlagartig und die Berge rücken zusammen. Der Radweg ist hier super asphaltiert und wir kommen gut voran in der Landschaft mit den wenigen Orten. Schön anzusehen ist die Donauschlinge „Schlögener Schlinge“, eine 180 Grad Kurve der Donau.08 Schloegener Schlinge

Wir wechseln mit der Fähre ein paar Mal das Ufer.

05 Faehre kurz vor Au

Es ist wunderschön hier und Agnès überlegt sich ob sie nicht die weitere Reisezeit hier verbringen will. Der Versuch heute in die Donau zu hopsen scheitert bei Martin kläglich, denn er sinkt in dem Überschwemmungsgebiet bis zu den Knien in den Schlamm und es bleibt nur der Rückweg. Aber ein schönes Peeling für die Füße.
Wir radeln nach Linz hinein aber irgendwie ist uns diese Stadt zu groß. Auffallend sind die vielen hunderte Sportler die im Donaupark herumjoggen, skaten, rennradeln usw. So was haben wir noch nie gesehen.

10. Tag: 98 km
Wir kommen von Oberösterreich nach Niederösterreich. Auch hier hat das Hochwasser gewütet, insbesondere da wo zwei Flüsse zusammen treffen. Die Felder gleichen teilweise Sanddünen, Brücken sind beschädigt und ein Teil des Dammes ist nicht befahrbar. Wir radeln hauptsächlich auf dem Damm, haben aber konstanten starken Gegenwind (eigentlich schon seit Tagen…)
Es ist zwar heiß aber durch Fahrtwind und Gegenwind ganz angenehm.

11. Tag: 83 km
Der heißeste Tag bisher – 38 Grad Mittags. Wir besuchen in Melk das weltkulturerbe der Unesco, das Benediktiner-Kloster. Wir sehen viele Japaner, die vor einem Ortsschild diskutieren und nichts verstehen. Ob es uns auch bald so gehen wird?
Weiter geht es in die superschöne Wachau, mit seinen sanften Hügeln.

05 Wachau

Die Landschaft ist einzigartig – Marillenernte, viele Weinberge, Felslandschaft und kleine Dörfer mit italienischem Flair. 4 Portionen Eis waren zuwenig, also ab in die Donau zur Abkühlung!
Wir sehen von Bibern angenagte Bäume, doch statt Biber sehen wir kurz vor Tulln ein Fischotterpaar im Wasser und zu Lande. Voll süß.

03 Fischotter vor Tulln

12. Tag: 80 km
In Tulln ist die Minoritenkirche sehr schön anzuschauen – überhaupt ein ruhiges Städtchen. Dann geht es zum Klosterneuburg.

Schon früh am Mittag sind wir in Wien. Was uns auffällt ist die Party-Meile entlang der Donau. Da geht es abends sicher gut ab. Auch gibt es nirgends ein Fleckchen Beton das nicht mit Graffity besprüht wurde.

Das Radnetz ist hervorragend und es macht Spass durch Wien zu düsen. Wir gehen auf den Campingplatz „Neue Donau“ und verbringen den Mittag und Abend ohne Gepäck in der Stadt.
Das Pflichtprogramm, wie der Prader, Stephansdom und Peterkirche ist sehr beeindruckend.

08 Wien by night
Beim Abendessen fährt ein Konvoi Fahrradfahrer unter Polizeischutz und lauter Musik (Boxen auf den Rädern fehlen uns noch) an uns vorbei und die Kellnerin erzählt uns, dass es jeden Freitagabend so eine Fahrradtour durch die Stadt gibt. Heute wären die „Normalen“ unterwegs, aber ab und zu würde der Konvoi auch aus Nacktradlern bestehen!
Am nächsten Morgen ist unser Zelt von Franzosen umlagert. Ca. 50 Jugendliche waren nachts, unbemerkt von uns, angereist.

Deutschland 2013

08.07.2013 Abfahrt:
Nach einem schönen Abschiedsfest das bis in den frühen Morgen dauerte, starten wir am Montagmittag unsere große Tour.

Abfahrt Herrenberg02

Wir können es kaum fassen, dass es nach den vielen Planungen und Verabschiedungen nun endlich soweit ist. Es ist heiß und unser erstes Ziel die Gönninger Seen am Albaufstieg erreichen wir am späten Nachmittag. Das Bad im See ist herrlich. Später bauen wir unser Zelt oberhalb der Seen auf.
Bereits auf der Fahrt hierher fallen wir auf – denn es grüßen uns die Leute und wünschen uns eine schöne Reise.

Herrenberg – Gönninger Seen: 43 km

2. Tag bis 5. Tag: Schwäbische Alb und Donauradweg:
Den Albaufstieg früh morgens schaffen wir ganz gut, dann geht es weiter über die schwäbische Alb in wunderschöner Landschaft. Die Bauern holen ihr Heu ein, das Getreide steht noch. Wir fahren von Hayingen in das einmalige Lautertal, eine super Abfahrt.

01Hayingen Lautertalabfahrt

Auch die Lauter war überschwemmt und führt noch sehr viel Wasser.
Wir kommen bei Ehingen an die Donau und radeln weiter durch Wälder, vorbei an vielen Seen nach Ulm. Eine schöne Stadt die wir besichtigen ist Lauingen, die Geburtsstadt von Albertus Magnus, dem großen Denker. Weiter geht es nach Dillingen, auch eine schöne oberschwäbische Barockstadt mit tollen Gebäuden.
Dank des tollen Wetters machen wir einige Badepausen an Baggersseen oder springen auch mal in die Donau.
Bei Donauwörth fahren wir mitten durch das Ries, also weg von der Donau, und erkunden die Donauauen. Tolle Natur, viele Fischereigewässer, Badeseen mit Gänsen und alle Arten von Wasservögeln. Bedingt durch das Hochwasser vor ca. 1 Monat habenwir allerdings bei unseren Pausen mit den allgegenwärtigen Moskitos zu kämpfen. Jedoch sind die Radwege schon alle wieder super hergerichtet. Manchmal allerdings mit zuviel Splitt, so dass man nicht zu schnell vorankommen kann.
Schön ist der Wechsel zwischen Natur und Kulturstädten wie Neuburg, Ingolstadt und Neustadt.

Ein besonderes Highlight ist die Fahrt durch den Donaudurchbruch vom Benediktinerkloster Weltenburg aus nach Kehlheim.

14Donaudurchbruch

6 km Bootsfahrt durch Kalkfelsen. Nicht zu verachten auch das dunkle Klosterbier, von der ältesten Klosterbrauerei der Welt.

05Weltenburg

Ruckzuck sind wir in Regensburg, wo wir einen Stopp bei Steph und Alex, die wir nun über warmshowers kennenlernten, einlegen.

2. Tag: 72 km, 3. Tag: 95 km, 4. Tag: 76 km, 5. Tag: 78 km

Gepäck

13.07.2013: 6. Tag Regensburg 40 km.
Steph und Alex empfangen uns herzlich mit Radler und wir haben einen schönen Nachmittag, mit vielen Reiseerzählungen über deren Urlaubsziele und unsere Reise. Derzeit ist Jazzfestival in der Stadt und wir bummeln gemeinsam am Abend durch die Stadt. Es ist jede Menge los und der Flair der Innenstadt ist beeindruckend. Durch Alex lernen wir die „Regensburger Semmel“ kennen: Wurst zusammen mit scharfem und süßem Senf, Meerrettich und saurer Gurke in einer Semmel.

Das Wahrzeichen der Stadt die steinerne Brücke und der Dom sind auch sehenswert.
Wir beenden den schönen Abend mit diversen bayrischen Bieren (Bierproben) und beginnen den nächsten Morgen mit Kaffee und „Obazda“.

7. Tag: 108 km (1. Woche 528 km)
Wir kommen auf unserem Weg durch die schöne Stadt Straubing (mit den vielen Eiskaffees). Der Radwegbelag hat sich stark verbessert und wir kommen gut voran.
Wir durchqueren das Gebiet um Deggendorf, das sehr stark vom Hochwasser betroffen war. 90 Prozent der Häuser wurden beschädigt und im Fischerdorf stand das Wasser wohl bis zur 1. Etage. Die Felder sehen für uns ganz normal aus.
Auffallend sind natürlich die vielen Plakate „Vielen Dank für die Helfer“.
Kurz nach Deggendorf gibt es einen wunderschönen Baggersee wo wir uns abkühlen. Danach gibt es Radler und Brotzeitteller.

8. Tag: 60 km
Gestern war unsere Zeltplatzsuche nicht so leicht. Für gewöhnlich verlassen wir das Donautal, fahren etwas höher und suchen uns dort eine Wiese. Hier sind weit weniger Moskitos. Schließlich finden wir ein abgeerntes Getreidefeld und wir schlafen auf Stroh.
Kurz nach Mittag sind wir in Passau.

02Passau Dom

Hier war das Jahrhunderthochwasser – 8m über Normalpegel – am schlimmsten. Die Aufräumarbeiten dauern seit 3. Juni an. In der Altstadt wurden die Häuser bis zur Decke 1. Stock überflutet und Schlamm blieb zurück. Auch hier sind überall Dankesschilder für die Helfer zu sehen. An einer Hochwassersäule sieht man die Häufung der Hochwasser seit dem 16. Jahrhundert. Der jetzige Stand ist der höchste, die Häufung in diesem Jahrtausend ist auffallend. Da kann man seine Schlüsse ziehen. Die nächsten Bundestagswahlen sind ja bald.
05 Passau Hochwasser Juni 2013

Wir besuchen den Dom der 3-Flüssestadt und sind beeindruckt.
Wir radeln weiter und gelangen ruckzuck nach Österreich. Keine Grenze, keine Formalitäten, keine Stempel – das wird bestimmt noch anders werden.