Transnistrien 2013

Wir wollen durch Transnistrien reisen.

08_Transnistrien Wappen

Dieses Gebiet, das östlich des Dnister Flusses liegt, hatte sich 1990 von Moldavien losgelöst um weiterhin russisch zu bleiben, mit der Folge eines Bürgerkrieges von 1990 bis 1992. Der Dnister bildet die Grenze zwischen Moldavien und Transnistrien und die Verhandlungen zwischen beiden Ländern sind seit langem festgefahren. Transnistrien hat eine eigene von den Russen unterstützte Verwaltung, eine eigene Währung, eigene Flagge, usw.
(näheres siehe Wikipedia Transnistrien).

Kurz vor der Brücke über den Dnister werden wir von einem moldavischen Polizisten gestoppt. Die Brücke wäre gesperrt und es wäre kein Durchkommen. Wir Sollen einen kleinen Weg in Richtung Tighina nehmen. Dort wäre die Einreise nach Transnistrien möglich. Kurz darauf sehen wir noch einen moldavischen Soldaten der einsam und alleine einen Panzer bewacht, dann sind wir auch schon bald an der Grenze.
Es ist kein Problem die 2fache Immigrationcard auszufüllen denn wir wollen lediglich als Transit-Touristen – binnen 24 Stunden -durch das Land. Die Strecke die wir bis zur ukrainischen Grenze zurücklegen wollen beträgt ohnehin nur ca. 40 km.

Schnell sind wir in der Hauptstadt Tiraspol, wo uns ein nagelneues Fussballstadion namens „Sheriff“ mit Mercedes-Stern (natürlich auch eine Mercedes Niederlassung), ein Sheriff-Supermarkt, eine Sheriff-Tankstelle auffallen.

03_Tiraspol

Aus Neugier betreten wir den Supermarkt und sind erstaunt darüber, was für ein Angebot es gibt. Hier kannst du alles kaufen, vom deutschen Bioland-Müsli, über italienische Pasta bis zum russischen Kaviar.
Bei der Wechselstube im Supermarkt wechseln wir unsere moldavischen Kopeken in transnistrische Rubel.

Die Hauptstadt selbst hat breite Boulevards, große Plätze und Parks. Lenin-Statuen, Denkmäler für die im Bürgerkrieg gefallenen und Hammer und Sichel sind allgegenwärtig. Gleichzeitig bieten Luxusläden Armani, DG, usw. an.
Wir machen Pause in Andys Pizza und wundern uns über die hohen Preise, doch das Restaurant ist gut besucht. Vor allem junge Leute scheinen viel Geld zu haben, was man dann auch an den Autos sieht.

Wir radeln noch am selben Tag bis zur ukrainischen Grenze, wo uns die gestempelte Immigrationcard abgenommen wird. Die Ausreise aus Transnistrien / oder Moldavien erfolgt ohne Stempel in den Pass, so dass wir auch heute noch ofiziell in Moldavien sind.

Wir wundern uns über dieses Land und radeln mit offenen Fragen und Gedanken zurück in die Ukraine.