Georgien 2013 – Teil 2

Zurück in Georgien nehmen wir anstelle der vielbefahrenen Hauptstrecke eine Nebenstrecke durch die Berge (Kleiner Kaukasus).
Die Fahrt entlang des Adscharien Flusses ist wunderschön. Es mangelt nicht an kleinen Wasserfällen, Felsen über welche Wasser perlt und glasklare Quellen, die wir als Trinkwasser nutzen können.
Oft befindet sich an solch einer Quelle ein Schlauch oder ein Brunnen und die Georgier haben dort ein Glas oder einen Becher deponiert, aus dem jeder (wir nicht) trinkt.

Wir kommen durch eine Weingegend, in welcher über 500 verschiedene Weinsorten wachsen sollen. Angeblich werden davon 40 für die Weinproduktion verwendet. Die ersten Spuren einer Weinherstellung sind 7.000 Jahre alt. Georgischen Wein müssen wir natürlich noch testen.

Auf ihrem Weg nach Afrika sollen hier im Herbst über 1 Million Vögel rasten.

Der Weg ist bis Khulo gut ausgebaut und danach verwandelt er sich in eine holperige Schotterpiste. Dann geht es von Khulo (auf ca. 1.000 m) erst mal wieder runter und danach auf 2.025 m über den Goderdzi-Pass.

08_Georgien Strasse nach Khulo
Aber trotz der über 30 Grad Hitze macht es uns Spass und wir genießen die schönen Aussichten und die kühlen Quellen.
Oben am Pass angekommen entdecken wir das Cafe Edelweiss in dem wir uns erst einmal einen Kaffee gönnen. Fast wie Zuhause!
Die Abfahrt ist ebenso holprig wie bergauf. Wir wundern uns über die einfachen Holzhäuser und fragen uns wie man hier den Winter überleben kann. Denn es soll hier 3 bis 4 Meter Schnee geben.
Aus allen Ecken rufen Kinder „Hello!“und rennen auf uns zu.

Unten angekommen erwartet uns eine nagelneue Straße und es fährt sich plötzlich wie Butter. Wurde sie wegen des Skigebietes erbaut, das gerade neu erschlossen wird und bald bis oben führen? Auch im Lonely Planet 2013 wird Georgien als empfehlenswertes Reiseland gepriesen. Wir denken, dass sich hier bald vieles ändern wird. Touristen-Offices haben die neuesten Prospekte und Karten und die einheimischen Touristen nehmen die Angebote an. Ausländische Touristen sehen wir auf unserem Weg nach Tiblisi so gut wie keine.

Weiter geht es mit starkem Gegenwind – bergab werden wir teilweise um 8 km/h ruckweise gebremst – über viele Hügel nach Borjomi. Die Landschaft ist sehr abwechslungsreich und wir sehen kahle Berge, Pinienwälder, Flusslandschaften und Wälder.
Bei einem bekannten Kloster „Green Monastery“ im Borjomi Nationalpark machen wir einen Abstecher und schlagen dort unser Zelt auf.

Richtung Tiblisi nehmen wir die kleinen Nebenstraßen, die zwar hügeliger und schöner dafür aber weit weniger befahren sind.
Wir machen einen Ausflug nach Cave City bei Gori. Dort lebten schon vor 3.000 vor Christus Menschen in Höhlen. Mittlerweile wurden diese Höhlen in das Weltkulturerbe der Unesco aufgenommen.

04_Georgien Cave City bei Gori

In Tiblisi wollen wir ein paar Tage bleiben, die Stadt anschauen und uns um unser Visum nach Azerbaijan kümmern.

Aber Fehlanzeige. Die Beantragung des Azerbaijan Visums entpuppt sich als große Abzocke. Wir wussten, dass man ein Einladungsschreiben benötigt, welches über Agenturen erhältlich ist. Jedoch hat sich der Preis für eine solche Einladung im
letzten Jahr verzehnfacht! Für 10 Zeilen und einen Stempel werden mittlerweile ca. 200 Euro pro Person verlangt! Dazu kommen Visagebühren über 60 Euro. Bei dieser Abzocke machen wir nicht mit! Hinzukommt eine Wartezeit von mindestens einer Woche.
Wir beschließen bei einem Kaffee, dass wir nicht durch Azerbaijan fahren werden. Wir werden die beschwerlichere Route durch Armenien nehmen. Dort benötigt man kein Visum seit 2013. Die Route wird aber über einige Pässe führen.

Wir verkürzen unseren Aufenthalt in Tiflis, obwohl wir uns im Hotel Bienvenue (24a Tchovelidze street) sehr wohl fühlten. Das Hotel ist wie man dem Namen nach schon hört fest in französischen Händen und sehr hübsch dekoriert.
Gegenüber dem Hotel ist ein Irakisches Restaurant, in welchem man gut essen kann.

Wir treffen im Hotel auch auf Iraker, die wie wir erfahren ein weit höheres Einkommen haben als die Georgier und hierher reisen um sich Wohnungen zu kaufen, sei es als Geldanlage oder falls sie aus dem Irak flüchten müssen. Ein 38-jähriger Iraker erzählt uns, dass er im Irak im Monat 2.400 Euro verdienen würde, wovon er ca. 300 Euro im Monat ausgeben würde, da man bei seiner Familie lebt solange man nicht verheiratet ist. Heiraten würde er wohl demnächst, denn seine Eltern hätten ihm bereits eine Frau ausgesucht. Diese hätte er auch schon ein Mal gesehen.

Tiflis selbst ist schön anzuschauen. Die Unistadt hat Flair, viele grüne Plätze, Bazar, viele Skupturen an den Wegen und einer schönen Altstadt. Dazwischen entstanden moderne neue Gebäude wie das Bürgeramt, die Peace Bridge oder das Kunsthaus.

Nach Tiflis werden die Berge kahler. Es wirkt alles wie eine große Steppe.

04_Georgien nach Tiflis

Wo noch etwas wächst ist die Zwiebelernte in vollem Gange und auf den Feldern reihen sich bunte Säcke aneinander. Die Autodächer sind vollbeladen mit Zwiebelsäcken.

Nach Tiflis zelten wir in dieser Steppenlandschaft und bekommen morgens netten Besuch. Erst von einem Kuhtreiber, dann von einem Schafhüter. Beide sind sehr interessiert an unserem Tun und an Martins Tacho am Fahrrad. Sie haben die Ruhe weg und sehr vieeeel Zeit.

Wir radeln am 8.9.2013 von Georgien über die armensiche Grenze. Georgien hat uns auch sehr gut gefallen. Die Landschaften sind gigantisch und die Leute die wir getroffen haben ausnahmslos sehr nett und hilfsbereit. Nervig waren teilweise die hupenden Autos und die streunenden Hunde. Als Hundeabwehr hat sich folgender Tipp sehr bewährt: anhalten, stehen bleiben und einen Stein aufheben. Bislang verdrückte sich so jeder Hund, selbst im Rudel.

Schweinebericht Teil 2 – ein Deja Vu?
Nachdem wir Tiflis verlassen haben, steht eine Person am Straßenrand und winkt Agnès zu. Es ist tatsächlich der ungarische Schweinetransporteur den wir vor 18 Tagen auf der Fähre als Tischgenossen hatten. Der Schweinetransporter steht etwas abseits und wird gerade gereinigt. In diesen Tagen in denen wir durch Georgien geradelt sind, hatte er bereits eine weitere Schweinetour absolviert. Er brachte die uns bekannten Schweine nach Tiflis, fuhr weiter über die Türkei zurück nach Ungarn um wiederum Schweine über das Schwarze Meer zu bringen. Er beschwerte sich wieder über die Zustände auf der Fähre, da er 5 Tage wegen eines Sturms nicht von der Fähre konnte. Seine Schweine hätten in dieser Zeit mehr als 600 kg abgenommen!! Aber sie haben überlebt — also noch mal Schwein gehabt.

Georgien 2013

Die Einreise nach Georgien verläuft ohne Probleme. Als Europäer benötigt man kein Visum. Lediglich die Zöllner beschäftigen sich mit uns. Sie wollen wissen ob ein Mercedes besser ist als ein BMW. Es stellt sich heraus, dass einer der Zöllner einen BMW X5 fährt. Wir reden noch eine Weile über deutsche Autos und es geht weiter.
Die Georgier lieben es zu grüßen, sei es mit Worten oder mit der Autohupe. Die Straßen sind gut, aber es herrschen indische Verhältnisse, was die Kühe betrifft. Sie dürfen sich völlig frei bewegen und verursachen schon mal einen kurzen Stau und sorgen für Verwirrungen. Das Klima hat sich völlig verändert. Es ist schwül. Die Natur prächtig grün und es gibt sehr viele Zitrusbäume, Bananenbäume, Palmen, Eukalyptus, Kiwis, Feigen, Granatäpfel usw. Einige Früchte kennen wir noch nicht.

Wir machen einen Tagesausflug in die Berge, entlang des Kintrishi Flusses, von Kobuleti nach Khino.

19_Georgien Weg nach Khino

Es ist wunderbar, das Tal wird immer enger. Überall gibt es Wasserfälle, Farne und Moose- traumhaft. Die Fotos sprechen für sich.
Batumi die Stadt zwischen modern und alt hat uns auch sehr gefallen. Viele Türken kommen hierher um Party zu machen. Wir genießen einfach das Meer und baden.
Es wird viel gebaut und wir reden mit einem Handwerker, der uns erzählt dass man im Schnitt ca. 2 Euro in der Stunde verdient.

Wir radeln die Küste entlang in Richtung Türkei um später wieder nach Georgien zurückzukehren.

 

 

 

 

Transnistrien 2013

Wir wollen durch Transnistrien reisen.

08_Transnistrien Wappen

Dieses Gebiet, das östlich des Dnister Flusses liegt, hatte sich 1990 von Moldavien losgelöst um weiterhin russisch zu bleiben, mit der Folge eines Bürgerkrieges von 1990 bis 1992. Der Dnister bildet die Grenze zwischen Moldavien und Transnistrien und die Verhandlungen zwischen beiden Ländern sind seit langem festgefahren. Transnistrien hat eine eigene von den Russen unterstützte Verwaltung, eine eigene Währung, eigene Flagge, usw.
(näheres siehe Wikipedia Transnistrien).

Kurz vor der Brücke über den Dnister werden wir von einem moldavischen Polizisten gestoppt. Die Brücke wäre gesperrt und es wäre kein Durchkommen. Wir Sollen einen kleinen Weg in Richtung Tighina nehmen. Dort wäre die Einreise nach Transnistrien möglich. Kurz darauf sehen wir noch einen moldavischen Soldaten der einsam und alleine einen Panzer bewacht, dann sind wir auch schon bald an der Grenze.
Es ist kein Problem die 2fache Immigrationcard auszufüllen denn wir wollen lediglich als Transit-Touristen – binnen 24 Stunden -durch das Land. Die Strecke die wir bis zur ukrainischen Grenze zurücklegen wollen beträgt ohnehin nur ca. 40 km.

Schnell sind wir in der Hauptstadt Tiraspol, wo uns ein nagelneues Fussballstadion namens „Sheriff“ mit Mercedes-Stern (natürlich auch eine Mercedes Niederlassung), ein Sheriff-Supermarkt, eine Sheriff-Tankstelle auffallen.

03_Tiraspol

Aus Neugier betreten wir den Supermarkt und sind erstaunt darüber, was für ein Angebot es gibt. Hier kannst du alles kaufen, vom deutschen Bioland-Müsli, über italienische Pasta bis zum russischen Kaviar.
Bei der Wechselstube im Supermarkt wechseln wir unsere moldavischen Kopeken in transnistrische Rubel.

Die Hauptstadt selbst hat breite Boulevards, große Plätze und Parks. Lenin-Statuen, Denkmäler für die im Bürgerkrieg gefallenen und Hammer und Sichel sind allgegenwärtig. Gleichzeitig bieten Luxusläden Armani, DG, usw. an.
Wir machen Pause in Andys Pizza und wundern uns über die hohen Preise, doch das Restaurant ist gut besucht. Vor allem junge Leute scheinen viel Geld zu haben, was man dann auch an den Autos sieht.

Wir radeln noch am selben Tag bis zur ukrainischen Grenze, wo uns die gestempelte Immigrationcard abgenommen wird. Die Ausreise aus Transnistrien / oder Moldavien erfolgt ohne Stempel in den Pass, so dass wir auch heute noch ofiziell in Moldavien sind.

Wir wundern uns über dieses Land und radeln mit offenen Fragen und Gedanken zurück in die Ukraine.

Moldavien 2013

Die Ausreise aus der Ukraine verläuft problemlos und bei der Einreise in Moldavien staunen die Zöllner über uns.
Moldavien gehört zu den ärmsten Ländern Europas und es gibt viele Gastarbeiter die in Italien arbeiten. Auch die Sprache ist sehr verwandt mit italienisch, wir verstehen schlagartig wieder einiges. In den Läden gibt es italienische Produkte und in den größeren Städten Pizzerien. Werbung, Speisekarten etc. sind in kyrillischer und lateinischer Schrift.

Uns fällt sofort auf, dass die Straßen viel besser sind als in der Ukraine und die Preise in den Läden höher sind. Dafür kann man sehr günstig entlang den Straßen bei Obst- und Gemüseständen einkaufen.

01_Obstand

Eine kleine Wassermelone kostet ca. 20 Cent und wir decken uns desöfteren mit Melonen ein. Die Verkäufer wohnen teilweise direkt an ihrem Feld in einer Hütte oder einem alten Schrottwagen und verkaufen von dort aus die Ware vom Feld.

Unsere Route führt größtenteils durch unbewohnte schöne Landschaft. Die Dörfer haben alle viele Brunnen aus denen man klares Grundwasser schöpfen kann – für uns ideal!

02_einer der vielen Brunnen

Wir radeln entlang der M14, einer super ausgebauten größtenteils ganz neuen Straße mit breitem Seitenstreifen für langsame Fahrzeuge wie wir und wir kommen gut voran. Ein Schild zeigt an, dass die Straße mit EU Geldern finanziert wurde – Italien wird wieder erwähnt. Kleine Dörfer sind allerdings für Kinder und ältere Leute zweigeteilt und diese Leute haben ihre Problem e die Fahrbahnen zu überqueren ohne unter die Räder zu kommen. Überhaupt sehen wir sehr viele überfahrene Hunde, teilweise 4 bis 5 Stück am Tag…

Wir umgehen die Millionenstadt Chisinau, trinken dafür das dort gebraute Bier.

Unser Plan ist die Weiterreise durch Transnistrien, einem von Moldavien abgetrennten autarken kleinen eigenen Staat, der jedoch völkerrechtlich nicht anerkannt ist. Wir hoffen dass wir dort einreisen können.

Ukraine 2013

Auf die Grenzformalitäten sind wir sehr gespannt, da wir schon einiges kurioses gelesen haben. Wir radeln auf dem Radweg direkt auf die ungarischen Grenzbeamten zu, die einen Blick in unsere Pässe werfen und uns Richtung Ukraine weisen.
Die beiden ukrainischen Grenzpolizisten empfangen uns mit dem Wort „Probleme“ und zeigen auf das Schild „Fahrrad verboten“. Wir drehen also um, radeln zurück zur ungarischen Seite und nehmen die Parallelspur. Der ungarische Polizist schüttelt nur mit dem Kopf. Also 2. Anlauf. Wir kommen wieder bei den beiden ukrainischen Beamten an und das Wort „Probleme“ besteht immer noch. Eigentlich ist uns klar was der Mann will! Außer unseren Pässen will er Bares. Er verlangt schließlich 10 Euro und wir einigen uns darauf dass dies der Komplettpreis ist. Das Geld schiebt er sich in seine Hosentasche und das „Probleme“ ist behoben. Den Einreisestempel bekommen wir dann an der 2. Station 50m weiter ohne Probleme. Der Zoll beim nächsten Häusle will nichts von uns. Auch die Polizisten beim 4. Häusle winken uns durch. Alle mit Handy am Ohr und vermutlich der Nachricht dass wir „die Kohle“ abgesteckt haben.

01_Ukraine Grenze

Schnell merken wir, dass die Straßen in Ungarn noch richtig gut waren. Dafür sind die Leute sehr kontaktfreudig. Ob es nun Ukrainer oder Ungarn sind wissen wir nicht, denn in den Transkarpaten leben noch bis zu 40 Prozent Ungarn. Bei jeder Pause gibt es nette Kontakte, Fragen wohin woher und wir verständigen uns mit Händen und Füssen und irgendwie versteht man sich.
Man spendiert uns Obst, Gemüse und Kuchen. Den Schnaps lehnen wir bei über 30 Grad Hitze noch ab – auch wegen den ukrainischen Rennfahrern die die ganze Straßenbreite brauchen.
Wir fahren auf der H09 da die kleinen Straßen zu schlecht und zu bergig sind. Wir müssen auf überholenden Gegenverkehr, den Verkehr von hinten, die Löcher im Belag und Scherben achten.

Die Großstadt Mukaceve hat uns mit ihrem modernen Flair sehr gut gefallen und wir haben erst mal gemütlich zu Abend gegessen und ein naturtrübes 0,5l Bier für umgerechnet 1 Euro getrunken.
Chust die nächste größere Stadt ist ziemlich mini und es ist nichts los. Nur die Kirche ist recht imposant und wir gelangen direkt in einen Gottesdienst mit viel Weihrauchgeschwenke und Chor. Agnès wird sofort ein Kopftuch verpasst.

05_Chust
Unsere Route führt entlang der rumänischen Grenze, wobei die Theiss die Grenze zieht. Das Tal ist ziemlich eng und wir finden  nur einen Platz direkt an der Grenze. 20m entfernt patroullieren die ukrainischen Grenzsoldaten und wundern sich sicher über uns. Zumindest schauen sie rüber und wir schauen hin. Auf jeden Fall scheinen wir für sie nicht sehr gefährlich zu sein.

Wir radeln zielstrebig weiter in Richtung Karpaten, wo wir uns in Jasinja ein Appartement in einem massiven Holzhaus für 2 Tage gönnen. Das erste feste Dach über dem Kopf seit Regensburg!

unser Zimmer

Überhaupt sind die meisten Häuser in dieser Gegend entweder aus massiven Holzstämmen gebaut oder mit Schindeln verziert.
Dann gibt es noch vereinzelt Kirchen in huzulischer Bauart, mit Holzwänden und Blechdach.
Wir machen eine Rad-Wandertour in die Berge und unsere Räder bewähren sich auch als Mountainbikes hervorragend.

04_bei Jasinja Karpaten

Nur einen Platten, den Ersten, haben wir uns eingefangen.
Abends gehen wir gemütlich essen.

Essen und Trinken in der Ukraine:
Uns ist bewusst, dass wir die Speisekarte nicht verstehen werden und niemand englisch sprechen wird. Wir schreiben uns also vorsichtshalber die bekanntesten Gerichte aus dem Reiseführer auf ein Blatt Papier, sowie das Alphabet. Im Lokal versuchen wir die Speisekarte zu entziffern.

01_Speisekarte

Fehlanzeige! Selbst das einfache Gericht „Borschtsch“ klappt nicht. Die Bedienung kommt – Verständigung unmöglich. Letztendlich drücken wir der Bedienung unseren Zettel in die Hand und sie liest die Gerichte die wir notiert haben vor. Wir sagen jedesmal „ja““ und sind nun gespannt, ob wir alle diese Gerichte bekommen werden (?). Es geht gut aus. Wir bekommen 2x Borschtsch und mit Käse gefüllte Teigtaschen.
Am Tag darauf sind wir mutiger und bestellen blind 4 Gerichte. Es kommt Gemüsesuppe mit Fleischklöse, ein gemischter Salat, ein dünnes Schmitzel in Ei und Käse mit Mais, Ketchup, Majo und hinterher ein Eis. Alle Gerichte sind schön garniert, aber nicht sehr groß, dafür kostet alles zusammen für 2 Personen nur 6 Euro.

Die Angebote in den Läden sind besser als in Ungarn. Man bekommt alles – selbst Käse in verschiedenen Sorten. Wurst ohne Ende. Wir finden einmal in der Pampa einen riesigen Supermarkt mit Angeboten im Übermaß von Fisch bis Bonbons in allen Schattierungen. Ansonsten wird Wasser ausschließlich in Plastikflaschen verkauft, die man dann in der Landschaft überall findet. Die Preise sind günstig. Ein Brot kostet ca. 40 Cent, ein Bier ca. 80 Cent bis 1 Euro, Mineralwasser 1,5l ca. 30 Cent.
Lecker sind die süßen Stückchen, viele mit Mohn oder Schoko.

Was wir feststellen ist, dass die Ukrainer bereits früh morgens ihre Biere und Wodkas konsumieren, wenn wir unseren Kaffee trinken. Egal ob männlich oder weiblich – wir sind da schon die Ausnahme, wenn wir erst abends ein Bier trinken.

In den Karpaten finden wir kühle klare Quellen mit Trinkwasserqualität und als wir bei einer Quelle eine Pause machen, treffen wir einen radfahrenden Kalifornier, der alleine unterwegs ist und schon fast ganz Europa beradelt hat. Er ist auf dem Weg nach Polen und er gibt uns Tipps zu Moldavien. Wir überlegen uns, ob wir nicht durch Moldavien fahren sollen.

03_Karpaten Pass

Über die Karpaten geht es bei Sonnnenschein und Hitze kilometerweit durch Skigebiete weiter in das Dnister Tal. Wir nehmen kleine Straßen, was sich als sehr anstrengend entpuppt. Es ist zwar wenig Verkehr, aber dafür kann man von Straßen wie wir sie kennen nicht mehr reden. Löcher und Schotterpisten! Es ist uns deshalb unmöglich das schöne Dnistertal entlang des Flusses zu befahren. Wir ruhen uns einen Tag lang aus und baden in dem Fluss. Es herrscht reges treiben – die Ukrainer baden, waschen gleichzeitig ihre Autos und ihre Klamotten im Fluss, daneben wird geangelt oder auch Kanu gefahren.

10_Dnister Tal Flussleben
Da uns Cernivci (Czernowitz) sehr gefällt, beschließen wir die Nacht dort zu verbringen. Es gibt eine schöne Fußgängerzone, mit Stuck verzierten Häusern, viele Kirchen (wir hören die Chöre bis auf die Straße) und da es eine Unistadt ist, wirkt sie sehr belebt und jung. Wir mieten uns in dem vor 3 Monaten neu eröffneten Yard Hostel ein. Es ist sehr zu empfehlen, da die Besitzer sehr nett und hilfsbereit sind und alles sehr sauber ist. Es herrscht eine sehr angenehme Atmosphäre.

02_Yard Hostel Czernowitz
Wir machen die Erfahrung, dass es verboten ist auf einem öffentlichen Platz in der Stadt ein Bier zu trinken, denn wir werden von 5 Polizisten, die zwar nett waren, verscheucht.

 

 

 

Ungarn 2013

So 21.7.2013 (74 km)

Morgens gehen wir einkaufen und sind erstaunt darüber, dass die Waren hunderte/tausende – was auch immer – kosten. Das kann kein Euroland mehr sein! Wir stellen fest, dass wir unbemerkt, vermutlich über die Feldwege, nach Ungarn eingereist sind.

Die Felder sind riesengroß geworden. Hauptsächlich werden Mais, Mohn, Weizen und Sonnenblumen angebaut. Auch stellen wir fest, dass Lebensmittel nicht mehr genormt sind. Käse gibt es wenig, dafür Wurst in allen Varianten. Hier gibt es noch krumme Salatgurken. Die Straßen sind löchriger und können gut als „Patchwork“ bezeichnet werden. Immer wieder hört man laute Partymusik aus Getränkekiosken. Die, die nicht da sitzen arbeiten hart auf den Feldern – teilweise ist noch richtige Handarbeit angesagt – beim Heu Einfahren beispielsweise.

Unser Ziel ist die Gegend „Szigertköz“ (Schüttinsel). Dort finden wir einen kleinen Campingplatz „Novakpuszta“ und Maria heisst uns willkommen. Es gibt noch ein weiteres Zelt – das wars. Wir campen direkt an einem Donaunebenarm und können die Ruhe genießen und Angelversuche starten. Mogens werden wir mit Vogel“gezwitscher“ geweckt und sehen auch gleich noch einen Eisvogel.

03_Camping Novak Puszta

Wir beschließen einen fahrradlosen Tag einzulegen. Urlaub vom Urlaub. Dafür wechseln wir die Ketten an unseren Rädern, die nun insgesamt mehr als 2.500 km auf dem Buckel haben.

16. Tag: 80 km

Weiter geht es nach dem Tag Pause nach Györ. Ein schönes Städtle mit lauter renovierten und schön hergerichteten Häusern. Dafür gab es den Denkmalschutzpreis.

Gyoer

Ab Györ ist der Radweg sehr schlecht beschildert und manchmal bleibt nur die Fahrt aüber die vielbefahrenen Bundesstraße 1. Viele Lastwagen, Löcher an den Fahrbahnseiten und Hitze. Der Tacho kocht bei einer Pause und zeigt ab 45 Grad in der Sonne nur noch Schwärze an….Gut dass wir kurz vor Komarom einen schönen Campingplatz finden, wo wir sofort als wir ankommen zwei kalte Dosen Bier in die Hand gedrückt bekommen.

17. Tag: 88 km

Die Strecke nach Esztergom fahren wir weiter auf der B1 und besuchen dort die Basilika „Mutter aller ungarischen Kirchen“. Nur der Petersdom in Rom und die St. Pauls Kathedrale in London sind größer. Dort ist auch das größte auf Leinwand gemalte Altarbild der Welt.

01_Esztergom Dom

Nach Esztergom nehmen wir die Fähre auf die linke Donauseite, nach Szob und fahren in schöner Landschaft auf dem Radweg weiter bis zum Campingplatz Yachtclub.

  1. Tag: 70 km

Wir radeln durch Vac, wechseln mit der Fähre das Donauufer, weiter nach Szentendre mit seinen vielen Touristenläden und kommen nach Budapest. Der Weg auf der linken Donauseite bis Vac war sehr naturbelassen, wie der Campingplatz Romai in Budapest. (45 Min per Rad in das Zentrum).

17_Budpest Panorama

Im Abendlicht sehen wir das beeindruckende Parlament am Donauufer. Der Blick von Buda Castle – Fischerbastion- über die Stadt ist gigantisch, vor allem kurz vor Sonnenuntergang.

Wir radeln durch gelb gefärbte Lindenblütenwege und gönnen uns ein leckeres Abendessen in Buda.

  1. und 20. Tag: 112 km

Ein wenig wehmütig verlassen wir das Donautal – gestern haben wir noch darin gebadet – und radeln durch die Vororte von Budapest nach Gödöllö. Weniger Radwege, mehr Verkehr, weniger Moskitos und keine Touristen mehr mit dicken Satteltaschen. Dafür endlose Sonnenblumenfelder und später Berge – schöne Landschaft.

Ab Gyöngyös geht es nur noch hoch und bei Matrafüred streichen wir in der Mittagshitze die Segel und beziehen einen Campingplatz an einem schönen See.

05_Matrafuered Park

Der Tacho zeigt in der prallen Sonne während der Fahrt 49 Grad an…

  1. und 22. Tag: 97 km

Wegen der Hitze radeln wir früh weiter. Nach 5 km sind wir am höchsten Punkt des Matragebirges (vergleichbar mit dem Schwarzwald) und ab da geht es rasant bergab. 10 km ohne zu pedalieren! Bis Eger geht es sehr hügelig weiter und was wir trinken schwitzen wir in Sekundenschnelle wieder heraus. Das waren bestimmt 20 Saunagänge.Die Ungarn empfehlen uns die Thermen von Eger und Umgebung – aber ein Eisbad wär uns lieber.

Eger ist Sonntags in der Mittagshittze wie leergefegt obwohl es recht touristisch zugehen soll. Wir wandern durch die Stadt, kühlen uns in der schönen Minoritenkirche und sehen das nördlichste türkische Minarett. Überhaupt wird in jedem Prospekt erwähnt wie die Türken die Städte zerstörten und belagerten. Serben und andere Völker siedelten sich durch die Flucht vor den Türken hier in Ungarn an.

Unser nächstes Ziel, das Bükk-Gebirge ist ein großes Naturreservat mit Quellen, Bächen und aufgrund des Karstgebirges mit sehr klaren Seen. Vom Zeltplatz bei Szilvasvarad aus machen wir eine kleine Radtour entlang des Szalajka Tales mit Forellenseen, Schleierwasserfall und Steinzeithöhle.

04_Szalajka Tal

Nun sind wir seit drei Wochen unterwegs und sind insgesamt 1.550 km geradelt. Es macht viel Spass und wir fühlen uns nach wie vor fit. Wir haben aber auch beste Voraussetzungen was das Wetter anbelangt – manchmal ist es fast zu heiß, aber besser so. An unseren Ruhetagen ist immer eine Radwäsche und Kettenölen angesagt.

23. Tag:
Nach unserem letzten Eintrag hat es tatsächlich morgens etwas geregnet und sich abgekühlt. Wir können bei 20 Grad über das Bükk Gebirge radeln, wobei es hauptsächlich durch Wald geht.

08_Buekk Gebirge

Es ist sehr ruhig und ab und zu finden wir eine Quelle. Da treibt sich auch mal eine große Schlange (vermutlich ausgewachsene Ringelnatter) herum. Dafür ist Lillafüred mit seinem Palast Hotel und Hamor See ziemlich touristisch. Entlang des Baches geht es weiter bis Miskolc, der drittgrößen Stadt Ungarns. Der hohe Arbeitslosenanteil in der Stadt zeigt sich auch an den verfallenen Plattenbauten/Häusern.
Wir steuern das Touristenbüro an und werden zu einer leckeren Limo eingeladen. Danach zieht ein heftiges Unwetter herauf und wir flüchten uns in einen Decathlon Laden wo wir 2 Stunden lang bummeln. Danach geht es trocken weiter bis wir unseren Zeltplatz an einem wunderschönen See finden. Ein Fläschchen Eger Stierblut (Egri Bukaver) darf da nicht fehlen.

02_Egri Bukaver Stierblut Eger
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Die nächsten Tage radeln wir entlang der slowakischen Grenze durch sehr kleine Dörfer. Auffallend ist der Kontrast zwischen schönen blumengeschmückten Häusern und heruntergekommenen fensterlosen Hütten in denen offensichtlich eine ethische Minderheit wohnt. Dafür gibt es in jedem Dorf ein gigantisches Monument, sprich Kriegsdenkmal.
Auch fallen die vielen bewohnten Storchennester auf. In einem Dorf zählen wir allein an der Hauptstraße 11 Nester. Trotz Weinanbau scheint hier die Natur noch in Ordnung zu sein. Und der Wein – vor allem Weißwein aus der Gegend um Tokaj – mundet uns gut. Ein Ungar hat uns morgens eine Literflasche geschenkt und damit sie nicht zu warm wurde, mussten wir um 10 Uhr die ersten Schlucke nehmen…

Auf jeden Fall hat uns die Reise durch Ungarn sehr gut gefallen. Vor allem die kleinen Landstraßen durch die kleinen Dörfer, in denen man auch am Straßenrand jederzeit Wasser aus den blauen Hydranten holen kann.
08_Weinkeller bei Hernadkercs

 

Slowakei 2013

Nach Wien geht es durch die Donauauen Richtung Hainburg. Wir sehen stundenlang niemanden und es gibt so gut wie keine Dörfer. Wir radeln auf dem Damm bzw. Fahrradweg in die Slowakei. Kein Grenzposten weit und breit. Die Betonvororte von Bratislava sind schon von weitem zu sehen. Der Radweg ist super und wird auch hier von den Slowaken viel zur Freitzeit genutzt. Wir finden einen schönen Zeltplatz bei einem Sonnenblumenfeld kurz vor Sonnenuntergang.

02_Sonnenblumen Grenze

(80 km)

Österreich 2013

9. Tag: 102 km
Die Landschaft ändert sich schlagartig und die Berge rücken zusammen. Der Radweg ist hier super asphaltiert und wir kommen gut voran in der Landschaft mit den wenigen Orten. Schön anzusehen ist die Donauschlinge „Schlögener Schlinge“, eine 180 Grad Kurve der Donau.08 Schloegener Schlinge

Wir wechseln mit der Fähre ein paar Mal das Ufer.

05 Faehre kurz vor Au

Es ist wunderschön hier und Agnès überlegt sich ob sie nicht die weitere Reisezeit hier verbringen will. Der Versuch heute in die Donau zu hopsen scheitert bei Martin kläglich, denn er sinkt in dem Überschwemmungsgebiet bis zu den Knien in den Schlamm und es bleibt nur der Rückweg. Aber ein schönes Peeling für die Füße.
Wir radeln nach Linz hinein aber irgendwie ist uns diese Stadt zu groß. Auffallend sind die vielen hunderte Sportler die im Donaupark herumjoggen, skaten, rennradeln usw. So was haben wir noch nie gesehen.

10. Tag: 98 km
Wir kommen von Oberösterreich nach Niederösterreich. Auch hier hat das Hochwasser gewütet, insbesondere da wo zwei Flüsse zusammen treffen. Die Felder gleichen teilweise Sanddünen, Brücken sind beschädigt und ein Teil des Dammes ist nicht befahrbar. Wir radeln hauptsächlich auf dem Damm, haben aber konstanten starken Gegenwind (eigentlich schon seit Tagen…)
Es ist zwar heiß aber durch Fahrtwind und Gegenwind ganz angenehm.

11. Tag: 83 km
Der heißeste Tag bisher – 38 Grad Mittags. Wir besuchen in Melk das weltkulturerbe der Unesco, das Benediktiner-Kloster. Wir sehen viele Japaner, die vor einem Ortsschild diskutieren und nichts verstehen. Ob es uns auch bald so gehen wird?
Weiter geht es in die superschöne Wachau, mit seinen sanften Hügeln.

05 Wachau

Die Landschaft ist einzigartig – Marillenernte, viele Weinberge, Felslandschaft und kleine Dörfer mit italienischem Flair. 4 Portionen Eis waren zuwenig, also ab in die Donau zur Abkühlung!
Wir sehen von Bibern angenagte Bäume, doch statt Biber sehen wir kurz vor Tulln ein Fischotterpaar im Wasser und zu Lande. Voll süß.

03 Fischotter vor Tulln

12. Tag: 80 km
In Tulln ist die Minoritenkirche sehr schön anzuschauen – überhaupt ein ruhiges Städtchen. Dann geht es zum Klosterneuburg.

Schon früh am Mittag sind wir in Wien. Was uns auffällt ist die Party-Meile entlang der Donau. Da geht es abends sicher gut ab. Auch gibt es nirgends ein Fleckchen Beton das nicht mit Graffity besprüht wurde.

Das Radnetz ist hervorragend und es macht Spass durch Wien zu düsen. Wir gehen auf den Campingplatz „Neue Donau“ und verbringen den Mittag und Abend ohne Gepäck in der Stadt.
Das Pflichtprogramm, wie der Prader, Stephansdom und Peterkirche ist sehr beeindruckend.

08 Wien by night
Beim Abendessen fährt ein Konvoi Fahrradfahrer unter Polizeischutz und lauter Musik (Boxen auf den Rädern fehlen uns noch) an uns vorbei und die Kellnerin erzählt uns, dass es jeden Freitagabend so eine Fahrradtour durch die Stadt gibt. Heute wären die „Normalen“ unterwegs, aber ab und zu würde der Konvoi auch aus Nacktradlern bestehen!
Am nächsten Morgen ist unser Zelt von Franzosen umlagert. Ca. 50 Jugendliche waren nachts, unbemerkt von uns, angereist.

Deutschland 2013

08.07.2013 Abfahrt:
Nach einem schönen Abschiedsfest das bis in den frühen Morgen dauerte, starten wir am Montagmittag unsere große Tour.

Abfahrt Herrenberg02

Wir können es kaum fassen, dass es nach den vielen Planungen und Verabschiedungen nun endlich soweit ist. Es ist heiß und unser erstes Ziel die Gönninger Seen am Albaufstieg erreichen wir am späten Nachmittag. Das Bad im See ist herrlich. Später bauen wir unser Zelt oberhalb der Seen auf.
Bereits auf der Fahrt hierher fallen wir auf – denn es grüßen uns die Leute und wünschen uns eine schöne Reise.

Herrenberg – Gönninger Seen: 43 km

2. Tag bis 5. Tag: Schwäbische Alb und Donauradweg:
Den Albaufstieg früh morgens schaffen wir ganz gut, dann geht es weiter über die schwäbische Alb in wunderschöner Landschaft. Die Bauern holen ihr Heu ein, das Getreide steht noch. Wir fahren von Hayingen in das einmalige Lautertal, eine super Abfahrt.

01Hayingen Lautertalabfahrt

Auch die Lauter war überschwemmt und führt noch sehr viel Wasser.
Wir kommen bei Ehingen an die Donau und radeln weiter durch Wälder, vorbei an vielen Seen nach Ulm. Eine schöne Stadt die wir besichtigen ist Lauingen, die Geburtsstadt von Albertus Magnus, dem großen Denker. Weiter geht es nach Dillingen, auch eine schöne oberschwäbische Barockstadt mit tollen Gebäuden.
Dank des tollen Wetters machen wir einige Badepausen an Baggersseen oder springen auch mal in die Donau.
Bei Donauwörth fahren wir mitten durch das Ries, also weg von der Donau, und erkunden die Donauauen. Tolle Natur, viele Fischereigewässer, Badeseen mit Gänsen und alle Arten von Wasservögeln. Bedingt durch das Hochwasser vor ca. 1 Monat habenwir allerdings bei unseren Pausen mit den allgegenwärtigen Moskitos zu kämpfen. Jedoch sind die Radwege schon alle wieder super hergerichtet. Manchmal allerdings mit zuviel Splitt, so dass man nicht zu schnell vorankommen kann.
Schön ist der Wechsel zwischen Natur und Kulturstädten wie Neuburg, Ingolstadt und Neustadt.

Ein besonderes Highlight ist die Fahrt durch den Donaudurchbruch vom Benediktinerkloster Weltenburg aus nach Kehlheim.

14Donaudurchbruch

6 km Bootsfahrt durch Kalkfelsen. Nicht zu verachten auch das dunkle Klosterbier, von der ältesten Klosterbrauerei der Welt.

05Weltenburg

Ruckzuck sind wir in Regensburg, wo wir einen Stopp bei Steph und Alex, die wir nun über warmshowers kennenlernten, einlegen.

2. Tag: 72 km, 3. Tag: 95 km, 4. Tag: 76 km, 5. Tag: 78 km

Gepäck

13.07.2013: 6. Tag Regensburg 40 km.
Steph und Alex empfangen uns herzlich mit Radler und wir haben einen schönen Nachmittag, mit vielen Reiseerzählungen über deren Urlaubsziele und unsere Reise. Derzeit ist Jazzfestival in der Stadt und wir bummeln gemeinsam am Abend durch die Stadt. Es ist jede Menge los und der Flair der Innenstadt ist beeindruckend. Durch Alex lernen wir die „Regensburger Semmel“ kennen: Wurst zusammen mit scharfem und süßem Senf, Meerrettich und saurer Gurke in einer Semmel.

Das Wahrzeichen der Stadt die steinerne Brücke und der Dom sind auch sehenswert.
Wir beenden den schönen Abend mit diversen bayrischen Bieren (Bierproben) und beginnen den nächsten Morgen mit Kaffee und „Obazda“.

7. Tag: 108 km (1. Woche 528 km)
Wir kommen auf unserem Weg durch die schöne Stadt Straubing (mit den vielen Eiskaffees). Der Radwegbelag hat sich stark verbessert und wir kommen gut voran.
Wir durchqueren das Gebiet um Deggendorf, das sehr stark vom Hochwasser betroffen war. 90 Prozent der Häuser wurden beschädigt und im Fischerdorf stand das Wasser wohl bis zur 1. Etage. Die Felder sehen für uns ganz normal aus.
Auffallend sind natürlich die vielen Plakate „Vielen Dank für die Helfer“.
Kurz nach Deggendorf gibt es einen wunderschönen Baggersee wo wir uns abkühlen. Danach gibt es Radler und Brotzeitteller.

8. Tag: 60 km
Gestern war unsere Zeltplatzsuche nicht so leicht. Für gewöhnlich verlassen wir das Donautal, fahren etwas höher und suchen uns dort eine Wiese. Hier sind weit weniger Moskitos. Schließlich finden wir ein abgeerntes Getreidefeld und wir schlafen auf Stroh.
Kurz nach Mittag sind wir in Passau.

02Passau Dom

Hier war das Jahrhunderthochwasser – 8m über Normalpegel – am schlimmsten. Die Aufräumarbeiten dauern seit 3. Juni an. In der Altstadt wurden die Häuser bis zur Decke 1. Stock überflutet und Schlamm blieb zurück. Auch hier sind überall Dankesschilder für die Helfer zu sehen. An einer Hochwassersäule sieht man die Häufung der Hochwasser seit dem 16. Jahrhundert. Der jetzige Stand ist der höchste, die Häufung in diesem Jahrtausend ist auffallend. Da kann man seine Schlüsse ziehen. Die nächsten Bundestagswahlen sind ja bald.
05 Passau Hochwasser Juni 2013

Wir besuchen den Dom der 3-Flüssestadt und sind beeindruckt.
Wir radeln weiter und gelangen ruckzuck nach Österreich. Keine Grenze, keine Formalitäten, keine Stempel – das wird bestimmt noch anders werden.