Laos 2014

Laos – Sabaidee!!!

Wenn der Bär Balou aus dem Dschungelbuch tatsächlich gelebt hat, dann hier in Laos. „Versuch’s mal mit Gemütlichkeit“ könnte das Motto der Laoten sein, zu deren Mannausstattung mindestens eine Hängematte gehört.
Dazu gibt es auch einen alten Spruch. Man sagt „der Vietnamese pflanzt den Reis, der Kambochaner schaut ihm beim Wachsen zu, der Laote hört den Reis wachsen“.

Uns kommt dieses Motto entgegen, da es im Gegensatz zu China und Vietnam auf der Strasse viel ruhiger zugeht. Kaum Gehupe, weniger Verkehr und rücksichvolle Fahrer.

Wir passieren am 19.07 die Grenze und radeln westwärts durch die wenig bergige Strecke bis Seno, dann in den Süden bis Pakse in der Mekongebene. Die Landschaft wechselt von Regenwald zu Reisfeldern in üppigem Grün.

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Wir kommen durch viele kleine Dörfer mit Stelzenhäusern aus Holz, zwischen denen Kühe, Buffel, Schweine, Ziegen, Hühner und Hunde ihre Nahrung suchen. Aus diesen Häusern schallt uns auch immer wieder ein „Sabaidee“! entgegen. Neu für uns ist, dass ganze Kinderhorden uns aufgeregt begrüßen und uns zuwinken. Die Bevölkerung macht im Vergleich mit Vietnam einen deutliche ärmeren Eindruck auf uns.

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Immer wieder sehen wir Hilfsprojekte wie Welthungerhilfe oder vor allem Spenden der Japaner für Brücken oder Projekte im Agrarbereich.

Viele kleine buddhistische Tempel säumen unseren Weg. Sie dienen auch als Klosterschulen oder als Friedhöfe und sind oftmals sehr klein.

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Zur Zeit ist Regen-, d.h. Monsunzeit und wir suchen auf unserer Fahrt vor der heftigen Regenfällen immer wieder Schutz in einem Lokal oder sonstigen Unterschlupf. Doch trotzdem werden wir immer wieder von dem warmen Regen eingeweicht. Abseits der Hauptstraße sind die Wege schlammig und die Flüsse führen sehr viel Wasser. Deshalb bemühen wir uns auch nicht um einen Zeltplatz, sondern suchen uns abends rechtzeitig ein gemütliches Zimmer.

Im Vergleich zu Vietnam wirkt Laos wesentlich ärmer auf uns. Die freundliche Laoten leben einfacher und ursprünglicher. Etwas kompliziert gestalten sich für uns die Mittagspausen, denn in den einfachen Lokalen am Straßenrand gibt es meistens nichts als Nuddelsuppe. Nach fünf Tagen Nudelsuppe können wir diese nun wirklich nicht mehr sehen, denn das Rezept ist stets das Gleiche: Zu den Nudeln wandern Innereien sowie Tintenfischstücke! Eine etwas eigenartige Mischung! So sind wir denn auch froh als wir die touristische Kleinstadt Pakse erreichen und wir etwas Abwechslung in einem italienischen und indischen Restaurant finden. Hier treffen wir an drei Abenden auch nette Franzosen und Laoten zu leckerem Essen und BeerLao, das als das beste Bier in Südostasien gilt. Im Delta Cafe, mit deren Motto „von der Plantage in die Tasse“, genießen wir Americano und Cafe Frappé. Die Besitzer bauen Schulen für die Kinder der Plantagenarbeiter.

Von Pakse aus fahren wir mit einer organisierten Tour in einem Minibus, zusammen mit Franzosen und zwei Wienerinnen, auf das Hochplateau Bolaven. Dort werden in 1.300 m Höhe die besten und teuersten Kaffeebohnen der Welt geerntet. Arabica, Arabica typica „champagne of coffee“ und Robusta. Die Farmer bekommen weniger als 0,50 US Dollar pro Kilo – einfach unglaublich! Eine „fairtrade“ Kooperative bietet seit 2004 pro Kilo 1,36 US Dollar, immerhin mehr als Doppelte.

Wir sehen einige Wasserfälle, wobei der spektakulärste für uns der Doppelwasserfall Tat Fan mit einer Fallhöhe von 120 Metern ist. Die Kulisse ist einfach atemberaubend.

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Die Dorfbesuche bei den Katu und Alak, die auf dem Hochplateau leben, sind eher unangenehm für uns, gehören aber mit zum Programm. Interessant ist deren Webtechnik mit Hand und Fuß – siehe Galerie.
Die angelegte, jedoch schöne Natur des Eco Phassoum Resorts gefällt uns wieder sehr gut. Dschungelatmosphäre mit gigantisch hohen Bäumen, Lianen, dazwischen Baumhäuser und Hütten die man mieten kann, bunte Blumenpracht und Wasserfälle.

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Doch hier ist auch ein Freilichtmuseum angegliedert, in welchem sich die Katu und Laven in ihren Kostümen präsentieren und die Touristen unterhalten sollen. Alles wirkt surreal und aufgesetzt, doch dem Gründer W. Kijbamrung ging es darum für die Völker Arbeitsplätze und eine gesunde Umgebung zu schaffen.

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Gegenüber unserem Gästehaus frühstücken wir in der Bäckerei „Laovida“ einem interessanten Hilfsprojekt für Laoten, denen dort Englisch, Lebenskunde und Backen vermittelt wird. Sie sollen als Multiplikatoren ihr Wissen in den Dörfern weiter geben.

Auf unserem Weg in Richtung Grenze sehen wir noch einmal Karaoke Werbeschilder an den Restaurants, die uns ab Vietnam bis heute immer wieder aufgefallen sind. Die Laoten lieben Musik, vor allem Karaoke und thailändische Lieder. Diese klingen auf unserer Fahrt zur thailändischen Grenze noch nach.

Fotos zu Laos:

Österreich 2013

9. Tag: 102 km
Die Landschaft ändert sich schlagartig und die Berge rücken zusammen. Der Radweg ist hier super asphaltiert und wir kommen gut voran in der Landschaft mit den wenigen Orten. Schön anzusehen ist die Donauschlinge „Schlögener Schlinge“, eine 180 Grad Kurve der Donau.08 Schloegener Schlinge

Wir wechseln mit der Fähre ein paar Mal das Ufer.

05 Faehre kurz vor Au

Es ist wunderschön hier und Agnès überlegt sich ob sie nicht die weitere Reisezeit hier verbringen will. Der Versuch heute in die Donau zu hopsen scheitert bei Martin kläglich, denn er sinkt in dem Überschwemmungsgebiet bis zu den Knien in den Schlamm und es bleibt nur der Rückweg. Aber ein schönes Peeling für die Füße.
Wir radeln nach Linz hinein aber irgendwie ist uns diese Stadt zu groß. Auffallend sind die vielen hunderte Sportler die im Donaupark herumjoggen, skaten, rennradeln usw. So was haben wir noch nie gesehen.

10. Tag: 98 km
Wir kommen von Oberösterreich nach Niederösterreich. Auch hier hat das Hochwasser gewütet, insbesondere da wo zwei Flüsse zusammen treffen. Die Felder gleichen teilweise Sanddünen, Brücken sind beschädigt und ein Teil des Dammes ist nicht befahrbar. Wir radeln hauptsächlich auf dem Damm, haben aber konstanten starken Gegenwind (eigentlich schon seit Tagen…)
Es ist zwar heiß aber durch Fahrtwind und Gegenwind ganz angenehm.

11. Tag: 83 km
Der heißeste Tag bisher – 38 Grad Mittags. Wir besuchen in Melk das weltkulturerbe der Unesco, das Benediktiner-Kloster. Wir sehen viele Japaner, die vor einem Ortsschild diskutieren und nichts verstehen. Ob es uns auch bald so gehen wird?
Weiter geht es in die superschöne Wachau, mit seinen sanften Hügeln.

05 Wachau

Die Landschaft ist einzigartig – Marillenernte, viele Weinberge, Felslandschaft und kleine Dörfer mit italienischem Flair. 4 Portionen Eis waren zuwenig, also ab in die Donau zur Abkühlung!
Wir sehen von Bibern angenagte Bäume, doch statt Biber sehen wir kurz vor Tulln ein Fischotterpaar im Wasser und zu Lande. Voll süß.

03 Fischotter vor Tulln

12. Tag: 80 km
In Tulln ist die Minoritenkirche sehr schön anzuschauen – überhaupt ein ruhiges Städtchen. Dann geht es zum Klosterneuburg.

Schon früh am Mittag sind wir in Wien. Was uns auffällt ist die Party-Meile entlang der Donau. Da geht es abends sicher gut ab. Auch gibt es nirgends ein Fleckchen Beton das nicht mit Graffity besprüht wurde.

Das Radnetz ist hervorragend und es macht Spass durch Wien zu düsen. Wir gehen auf den Campingplatz „Neue Donau“ und verbringen den Mittag und Abend ohne Gepäck in der Stadt.
Das Pflichtprogramm, wie der Prader, Stephansdom und Peterkirche ist sehr beeindruckend.

08 Wien by night
Beim Abendessen fährt ein Konvoi Fahrradfahrer unter Polizeischutz und lauter Musik (Boxen auf den Rädern fehlen uns noch) an uns vorbei und die Kellnerin erzählt uns, dass es jeden Freitagabend so eine Fahrradtour durch die Stadt gibt. Heute wären die „Normalen“ unterwegs, aber ab und zu würde der Konvoi auch aus Nacktradlern bestehen!
Am nächsten Morgen ist unser Zelt von Franzosen umlagert. Ca. 50 Jugendliche waren nachts, unbemerkt von uns, angereist.